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Page 99
Oder so: Eine Masse wird durch einen Pilz in G�rung versetzt. Der Pilz
bildet die au�erordentlichsten und vielf�ltigsten Formen. Die Masse strebt
ewig zur�ck zu ihrer Einheit, aber der Pilz wuchert fort. Gott sein
eigener Pilz.
* * * * *
Es gibt nicht zweierlei Geist, sondern nur einerlei, und er ist Gottes
Geist, ebenso, wie es auch nur einerlei Leib gibt, n�mlich: Gottes Leib.
* * * * *
Man bemerkt es bei den irdischen Ereignissen dieser Tage (dem
Vesuvausbruch und dem Erdbeben in San Francisco) wieder einmal, wie gering
bei den Menschen das Gef�hl ist, das das nat�rlichste von allen sein
sollte: Das Gef�hl des Zusammenhangs mit allem, was ist. Nicht einmal bis
Neapel reicht ihr Glaube an die Einheit und Korrespondenz aller Dinge, wie
sollten sie den Gedanken fassen, da� das ganze Universum best�ndig in
ihnen ist, wie sie in ihm, ja, da� jener Ausbruch des Vesuv sowohl wie
irgend ein untergehender Stern hinter der Milchstra�e im Grunde nichts
anderes als ihre ureigenste Angelegenheit bedeutet.
* * * * *
S�tze wie: In der Welt �berwiegt die Summe des Leidens die Summe des
Gl�ckes -- was sind sie im letzten Grunde anderes als Wortspielereien vor
dem in Leid wie Lust furchtbaren, ganz und gar �bergewaltigen Charakter
des Weltalls. Sollte in diesem ganz unfa�baren Komplex des Lebens nicht
Leid und Lust so untrennbar, so organisch, so durch und durch ineinander
verschlungen und verwirkt sein, da� man schon ein Prachtst�ck an
Trockenheit und Pedanterie sein mu�, um hier mit einer Wage heranzutreten
und seine innere Unsicherheit, was nun wohl richtiger sei, die Welt zu
segnen oder zu verdammen, durch ein so durchsichtiges Man�ver bem�nteln zu
wollen? Der starke Geist wird, nachdem er angefangen hat mit sich ins
Reine zu kommen, leidenschaftlich bejahen oder verneinen; ohne
vorzusch�tzen, da� er durch 'sorgf�ltiges Abw�gen' zu solcher Erkenntnis
gelangt sei. Ein noch st�rkerer aber wird es weder beim Ja noch beim Nein
aushalten: Er wird bekennen, da� ihm vor einem solchen Schauspiel, wie die
Welt, alle Erdenworte versagen und vergehen, da� wohl ein geheimes Ja in
seiner Seele lebt, da� er sich aber nicht Weltallsrichter genug erachtet,
es auszusprechen, und da� sein oft in ihm aufquellendes Nein zu der
Brotkrume Erde, die und deren Erscheinungen er allein kennt, ebensowenig
wagen darf, das unversiegbare F�llhorn seiender und noch m�glicher Welten
zu verw�nschen. Er wird, wie einer, der seine Worte und Werturteile
unerbittlich zu b�ndigen gelernt hat, zu schweigen versuchen, und wenn man
ihn nach seiner Religion fragen wird, so wird er antworten: sie ist
Verstummen aus Schrecken, aus Selbstzucht und aus Phantasie.
* * * * *
Ich will den Menschen nicht schiffbr�chig sehen, aber er sollte dessen
bewu�t sein, da� er auf einem Meere f�hrt.
* * * * *
Wir m�ssen uns davor h�ten, ausschlie�lich mit der Menschheit unseres
Planeten zu rechnen. Wir m�ssen annehmen, da� jeder m�gliche Gedanke �ber
Gott auch wirklich (von Gott) gedacht wird, gleichviel ob in unsern oder
in Mars- oder Saturnk�pfen, ja, da� es sehr wohl Planeten geben kann, auf
denen Gott sozusagen leibhaftig im vollkommenen Bewu�tsein seiner selbst
lebt. Da� wir als die Phase Gottes, die wir sind, offenbar nur Gott in
irgend einer Phase darstellen, nicht zugleich in seiner h�chsten; wiewohl
auch seine h�chste nur eine 'endliche' sein mag, indem das unendliche
'Mysterium' nur im immerw�hrenden Endlichen unendlich bleiben kann. Gott
kann allein leben durch seinen immerw�hrenden Tod. Gott mu� fortw�hrend
sterben, um fortw�hrend leben zu k�nnen. Gott stirbt nie um den Preis
fortw�hrenden Todes. Versuchen wir dieses Furchtbare zu fassen, und
�berwinden wir es durch das Wort 'Ich bin', das Gott in uns spricht. 'Ich
sterbe als du, damit ich als ich lebe. Du aber bist ich und ich bin du,
sei also getrost. Dies ist nun unsere Notwendigkeit (wie ich sie als du
erkannt zu haben meine).'
* * * * *
Ich glaube, unsere Erde hat ihr Ebenbild in jedem Baum, in jeder Blume.
Ein Keim fiel in einen Grund, ging auf, entwickelte sich zu Pracht und
Duft -- und wird, was man so nennt, absterben, wenn er seinen Gang
vollendet. Ist Sch�nheit und Duft einer Rose etwas Geringeres als
Sch�nheit und Duft der gro�en Erdenblume? Und welkt, wenn die Rose welkt,
minder Tragisches dahin, als wenn dieser Erdball einst vergehen wird? --
Wachstum ist alles, das Wort 'w�chst' vielleicht das letzte m�gliche Wort.
-- Und wie es unendlich viel B�ume und Blumen gibt, so unendlich viel
Welten und Gestirne, keine, keines gleicht dem andern, -- und so w�re der
Paradiesesgarten als Ewigkeitsgarten abermals stabilisiert. Eine
Phantasie, gro� genug. Ein Bild f�r Gott, immerhin unzerrei�bar von
menschlichen Kinderh�nden. Eine Vorstellung, eine Erahnung, wohl nicht
st�rker, nicht deutlicher als der kaum erhaschte Duft einer von einem
Berggipfel in einen Bergabgrund geworfenen Rose, deren an dir Vor�berfall
du auf einer vorspringenden Felskante wie ein blitzartiges Wunder erlebst.
Aber doch eben das, und als das, etwas. --
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