Stufen by Christian Morgenstern


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Page 98

B. (auf A. deutend) Dort.

A. Wo? (dreht sich l�chelnd um).

B. Ja, du mu�t dich nicht nur umwenden, du mu�t dich in dich
hineinwenden --

A. Hineinwenden?

B. Ja. Siehst du diesen Handschuh?

A. Ja.

B. Das ist der Mensch. Und dies (st�lpt den Handschuh um) ist Gott.

* * * * *

Gott ist gewi� nicht Pers�nlichkeit. Aber er wird sie in jedem Moment.
Gott ist: Pers�nlichkeiten.

* * * * *

Der K�rper, der �bersetzer der Seele (Gottes) ins Sichtbare.

* * * * *

Da� jedes Menschenleben nur die eine leibgewordene M�glichkeit unter
unz�hligen M�glichkeiten bedeutet, gibt ihm erst den gro�en Hintergrund.
Leib und -- Seele, von hier aus neu zu begreifen. Der Leib, eine Linie der
Seele, die Eine wirklich hingezeichnete Linie von Legionen Linien, die
ebenfalls jede f�r sich h�tte hingezeichnet werden k�nnen. (Sichtbar,
leiblich geworden sein k�nnten.)

* * * * *

Die Welt ist ein einziges lebendiges Wesen, in best�ndigem Aufbau und
best�ndiger Zersetzung begriffen. Es gibt f�r dies Wesen keinen Tod -- um
den Preis des individuellen Todes. Das Individuum ist der Preis des
Dividuums. Das Individuum ist verg�nglich, das Dividuum ohne Anfang noch
Ende. Das Dividuum teilt sich fortw�hrend und darum besteht es
fortw�hrend. Es kann nur bestehen, wenn es best�ndig zu Individuen wird.
Im Individuum wird es allein fest, soda� man sagen kann: Die
Individualit�t ist die Pers�nlichkeit der Dividualit�t, oder menschlicher:
Der Mensch ist die Pers�nlichkeit Gottes.

* * * * *

Das Leben hat keinen Sinn als den Sinn -- Gottes.

* * * * *

Im Anfang war -- Mein Ziel.

* * * * *

Gott hei�t immer nur der j�ngste _Begriff_ von Gott. Gott selbst kann es
f�r den Menschen niemals geben -- so wenig es f�r diese meine Hand diese
meine Hand geben kann.

Dasselbe kann nicht zugleich zweierlei sein. Mensch und Gott ist dasselbe,
also kann Gott nicht vom Menschen erkannt werden. Erkannt werden kann nur
eins vom andern. Der Mensch kann sich nicht nach sich selbst umdrehen und
darum wird er nie wissen, wer er eigentlich ist, woher, wohin, warum. Und
_mit ihm_ wird es Gott nie wissen. Gott ist sich selbst Mysterium. Und
w�re dies schlie�lich nicht das Letzte -- was w�re dann die Welt? Eine
Sphinx, die, gel�st, in den Abgrund st�rzen _m��te_. Ihr tiefster Sinn
w�re damit verloren -- das Nieaussinnbare. Sie h�tte jeden Grund verloren,
weiter zu _sein_; denn der Welt Grund ist allein ihr _Ziel_. Wo aber ein
Ziel erreicht ist, ist Tod und Ende. Welt, Gott, hei�t stets unerreichtes
Ziel. Und so unerreichbar ist dieses Ziel, da� wir nicht einmal wissen, wo
es liegt, wie es hei�t. Aber immer sucht das Universum. Gott ist der Welt
Suche nach ihm. Die Welt ist Gottes Suche nach Sich, nach Seinem Sinn,
nach Seinem Grund. Alles ist Weg, Gott ist Weg. Das Kleinste wie das
Gr��te, alles ist nur ein Weg. Der Weg nach dem Sinn ist der Sinn selber.
Der Weg nach dem Sinn ist der _Sinn_ des Wegs.

* * * * *

Alles will zusammensein und darum zusammenkommen. Assoziation ist zuletzt
das eine welterkl�rende Wort. Das andere -- kennen wir nicht. Aber wir
w�rden das mit ihm bezeichnen, was dieses Zusammenkommen von Allem zu
Einem verhindert, um daf�r die Welt der Individualformen aus ihnen zu
bilden. Denke dir zwei konzentrische Hohlkugeln aus Glas. Die �u�ere
Hohlkugel ist mit Gas gef�llt, die innere luftleer. Nun wird die innere
zertr�mmert: Das Gas will blitzschnell den ganzen Raum erf�llen, als
Eines, Untrennbares, Ganzes, Molek�l an Molek�l, gleichartig assoziiert.
Aber umsonst: denn in der innern Kugel war etwas, das nun folgenden
Vorgang zeitigt: Das Gas kommt nicht als Eines, Ungeteiltes zusammen,
sondern erst als eine Unzahl von besonderen Zusammenheiten, etwas
verhindert es am Zusammensein schlechthin. Jenes erlaubt ihm nur ein
Zusammensein in Form von Legionen Zusammenseienden.

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Books | Photos | Paul Mutton | Wed 21st Jan 2026, 0:39