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Page 86
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Welche Vorstellung w�re zuletzt nicht anthropomorph! Anthropomorph, sagt
man, sei die Vorstellung eines pers�nlichen Gottes. Aber der
Naturforscher, der sich die Welt unpers�nlich, n�mlich als Natur, als
Wirklichkeit, als einen unendlichen Kn�uel von Wirkungen denkt -- hat ja
auch von sich selbst kein anderes Bild; er sieht sich, interpretiert sich
'naturwissenschaftlich' als 'Natur' und projiziert sich (in seiner neuen
Weltinterpretation) nur ebenso unvermeidlich ins 'Universum' hinein wie
fr�her. Oder vielmehr: Universum ist bereits Selbstprojektion.
Anthropomorph ist und mu� 'alles' bleiben.
* * * * *
Das menschliche Denken ist wie eine tr�be Fl�ssigkeit, die sich im Lauf
der Jahrhunderte langsam kl�rt. Nach immer mehr Erkl�rung trachtet der
Geist, aber das Ergebnis ist nur immer mehr -- Kl�rung. Und zuletzt wird
das Denken sch�n geworden sein, wie klarer Honig, klares Wasser, klare
Luft.
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Mir f�llt in aller bisherigen Philosophie eins auf: Sie hat nie recht
genug -- Phantasie, Sie zerbrach nie ihre Begriffe -- aus Phantasie.
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Lichtenberg's Bemerkung, die docta ignorantia mache weniger Schande als
die indocta, scheint mir das Ersch�pfendste, was �ber das Problem der
Wissenschaften gesagt werden kann.
Nicht nur der Weg nach der Wahrheit scheint mehr wert als die Wahrheit
selbst, um Lessingsch zu reden; noch wertvoller als der Weg selbst scheint
der Wille zu solch einem Wege.
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Wer sich an Kant h�lt, dem mu� alle Metaphysik erscheinen wie das
hartn�ckige Surren einer gro�en Fliege an einem festgeschlossenen Fenster.
�berall wird das Tier einen Durchla� vermuten und nirgends gew�hrt die
unerbittliche Scheibe etwas anderes als -- Durchsicht.
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Gesetzt und endlich einmal festgehalten, da� alle Wissenschaft nur
Beschreibung und nicht Erkl�rung sein kann, steht dem nichts im Wege, den
Menschen als das bescheidenste Tier katexochen zu beschreiben.
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Alles Denken ist wesentlich optimistisch. Der vollendete Pessimist w�rde
verstummen und -- sterben.
1908
Alle Wissenschaft hat einen doppelten Wert. Einmal ihren Wert als
Wissenschaft, den man allgemein f�r ihren eigentlichen, f�r ihren
Hauptwert h�lt, und der doch nur ein Hilfswert ist; und ihren Wert als
einer Art moralischer und intellektueller Gymnastik, deren �bung dem
Einzelnen die M�glichkeit gew�hrt, seine Pers�nlichkeit (ganz ebenso wie
es z.B. die Disziplin bei einem Streckenw�rter tut) zu kr�ftigen, zu
entwickeln, zu erh�hen. Und das ist ihr Hauptwert.
Und das ist der Hauptwert aller historisch gegebenen Berufe. Sie sind vor
allem _Kunstgriffe_ -- um der Kultur der Pers�nlichkeit willen. Es k�nnten
auch andere sein, und es werden sich auch vermutlich mit zahllosen
Planeten noch zahllose andere finden. Die Gesamtheit dieser Kunstgriffe
und ihrer Benutzung nennt man dann die Geschichte des Planeten.
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Eines bleibt keinem Philosophen erspart: Das Offene-T�ren-Einrennen.
Dreiviertel seiner Kraft geht darauf fl�ten.
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Von letzten Dingen kann man nicht immer gemein-verst�ndlich reden. Genug,
f�rs erste, da� man sich selber verstand. ('Ich und Mich, der Freund ist
immer erst der -- Dritte.')
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