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Page 83
Der Mensch ist ein in einem Spiegelkerker Gefangener.
1905
Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten
Mal wirklich sieht.
* * * * *
Ein jeder sollte erst seine Grenzen anzugeben suchen, soweit er sie selbst
erkennen kann, um darauf umso freier und unbefangener seine Beobachtungen
und Meinungen niederzulegen.
* * * * *
Die Menschen haben sich daran gew�hnt, von hinten nach vorn, statt von
vorn nach hinten zu denken.
1906
Bedeutet es schlie�lich etwas, seine Kniee und F��e anblicken zu k�nnen?
Und doch kannst du es nur solange, als du in dir lebst.
* * * * *
Nur der Erkennende lebt.
* * * * *
Ich darf wohl sagen: Ich liebe die Wissenschaft von Grund aus und hasse
alle Schwarmgeisterei. Eine Wissenschaft aber, die vergi�t, da� sie eine
seltene, wunderbare Blume auf dem Boden des Mysteriums ist, ja, die
vergi�t, da� sie selbst Mysterium ist, sie f�llt mit der �belsten
Schwarmgeisterei in eins zusammen, sie ist im Tiefsten inferior, allein
schon rein intellektuell genommen.
* * * * *
Die Wissenschaft ist nur eine Episode der Religion. Und nicht einmal eine
wesentliche.
* * * * *
Alles erkenntnistheoretische Denken ist ein Spielen mit dem Feuer. Wenn
der Alltag nicht w�re mit seinen 24 breiten K�rperstunden, wenn wir nicht
als Tiere so fest und �konomisch gebaut w�ren, so w�rde unser armes Gehirn
zehnmal statt einmal verbrennen, so w�re philosophische Begabung und
Anwartschaft auf Verr�cktwerden dasselbe. Und so wird dieses Spiel denn
auch immer gewagt werden d�rfen. Zwar, der Einsatz ist dein Leben, aber
wenn du auch die Gefahr nicht bestehst, so _brauchst_ du selbst keineswegs
grunds�tzlich zu verlieren.
* * * * *
Der Denker, der dir kein Grauen erregt, ihn magst du zu Tisch einladen.
* * * * *
Jedesmal wieder, wenn man so recht in die 'Welt' hineindenkt, kommen einem
alle menschlichen Gedanken dar�ber vor wie Kinderstammeln, was sage ich,
wie Bewegungen von Insekten, die von der Spitze ihres Grashalms in die
Luft hinaustasten. Und das gilt nicht nur von gew�hnlichen Gedanken, das
gilt ebenso von den tiefsten Gedanken unserer f�higsten K�pfe. Nur da� wir
durch unsere Sinne die Welt so vereinfacht -- besser vielleicht von einem
Unendlichfachen auf ein F�nffaches gebracht -- haben, erm�glicht uns, in
ihr mit so festen Schritten zu wandeln; nur da� wir meinen, 'die Welt' in
Wahrheit vor uns zu haben, wie ein gewaltiges Gem�lde, das -- wenn auch
nur im Gro�en -- so sei, wie wir es sehen, erm�glicht den ganzen Schatz
menschlich-b�rgerlichen Hochgef�hls, die Freudigkeit des Tatmenschen, den
tragischen Stolz des Philosophen, die k�niglichen Empfindungen des
K�nstlers. Unsere Armut ist es, die uns reich macht, unsere
Beschr�nktheit, der wir das Gef�hl unbeschr�nkter Entwickelungsf�higkeit
verdanken. Aber umsonst. Irgend einmal und dann immer wieder wird -- wenn
auch nur blitzartig -- die Armut als Armut, die Beschr�nktheit als
Beschr�nktheit erkannt, die gro�artige Illusion zerrei�t und die
Geschichte der Erde und seines Bewohners entpuppt sich in der Riesensaison
des 'Universums' als -- b�rgerliches Schauspiel, eines unter unz�hligen,
Verfasser unbekannt, Wert indifferent.
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