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Page 76
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Eine schwache Pers�nlichkeit wird manchmal eine st�rkere Pers�nlichkeit
werden k�nnen als eine starke Pers�nlichkeit.
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Glaubt ihr, ein Asket wolle weniger herrschen als ein Weltmann?
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Der Geist legt den Charakter des Menschen auseinander in seine Teile, aber
diese Teile gibt es in Wirklichkeit nicht.
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Die Ruhe vor dem Tode, das Entsetzen vor dem Tode -- wie erkl�rlich von
der Seele, die ihre -- zum mindesten n�chste -- Zukunft voraussieht.
1907
Wie die Gefahr des Tauchers der Tintenfisch, so des Gr�blers die
Melancholie.
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'Totentanz' ist gar kein Thema. Man sollte zeichnen und malen, wie das
Weib den Mann in den gro�en Mischmasch hineinzieht. Unten sollte man die
breite Bettelsuppe des heutigen Lebens hinmalen, und in diese Suppe
hineinf�hrend eine unabsehbare Kette von Weib und Mann, immer das Weib
voraus, mit tausend Geb�rden, von der unschuldigsten bis zur
lasterhaftesten. Die M�nner, auf die es ankommt, wollen schaffen, sie
wollen die Welt vorw�rtsbewegen; das Weib aber will vor allem wohnen. Ihm
gen�gt das Gegenw�rtige vollkommen, und es glaubt sich v�llig
gerechtfertigt, wenn es der Zukunft in Form von Kindern dient. Es ist die,
trotz der bekannten Unbilden bequemste Art, den Fortschritt der Menschheit
zu f�rdern: man stellt ein Kind, das hei�t man beschr�nkt sich darauf, die
Aufgabe weiterzugeben, einen Dritten vorzuschieben. Solange die Frauen das
nicht begriffen haben, n�mlich, da� es neben ihrem �blichen h�uslichen
Ideal auch noch andere gr��ere Kulturideale geben k�nnte, wird die
Menschheit nicht entscheidend vorw�rts r�cken. Und deshalb liebe ich die
Russen und Skandinavier so sehr, denn dort findet man heute noch am ersten
Frauen, die nicht nur Sinn f�r sich, sondern auch Sinn f�r den Mann haben,
die ihn wirklich wie Kameraden unterst�tzen, und nicht nur als gesetzliche
Konkubinen zum obersten Haussklaven machen wollen.
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Den seelischen Wert einer Frau erkennst du daran, wie sie zu altern
versteht und wie sie sich im Alter darstellt.
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Wie macht das Gef�hl blo�en Sichnaheseins Liebende schon gl�cklich.
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In der Bewunderung manch eines Menschen liegt etwas Schamloses. Sein 'Wie
sch�n ist das! Wie sch�n ist das' ist nichts andres als ein 'Wie wohl
f�hle ich mich, wie wohl f�hle ich mich!' Das aber brauchte er nicht
fortw�hrend in die Welt hinauszuempfindeln. (Im 'nil admirari' liegt doch
immerhin ein ganzes Teil Selbstzucht und Takt.)
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Dunkelblau gekleidete kleine M�dchen auf gr�nen Matten -- eine beinahe
tragische Wirkung.
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Es ist eines der merkw�rdigsten Dinge der Welt, da� man eine Seite und
mehr lesen kann und dabei an ganz etwas anderes denken.
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W�re der Mensch nicht noch fast vollkommen Tier, so w�rde er in einer so
�ber alles Ma� gewaltigen und ersch�tternden Welt, in verh�ltnism��ig
unmittelbarer N�he eines Naturph�nomens wie unserer Sonne, -- um nur etwas
herauszugreifen -- nicht so sein, wie er heut noch ist: ein kleinliches,
gr�mliches, banales, kindisches, eitles, zanks�chtiges, gedankenloses,
planloses, kurz, durchaus noch dumpfes und niederes Wesen.
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