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Page 55
1905
So spricht die edle Rasse: Ich tue dies und das, weil ich es mir schuldig
bin.
* * * * *
Das Bild vom S�ndenfall bedeutet eigentlich nichts anderes als die --
moralisch gesehene -- Sichselbstbewu�twerdung des Tieres. Den Eintritt des
'Geistes' in die Naturgeschichte.
Was wir aus der Geschichte des Geistes lernen k�nnen, das ist, meine ich,
vor allem eine immer tiefere Bescheidenheit, uns zu �u�ern.
* * * * *
Es gibt keine Einzelschuld, es gibt nur Gesamtschuld. Wir m�ssen uns
durchaus gegenw�rtig halten, da� die Bestrafung eines Verbrechers durch
unsere Beh�rden nur den Schein der Gerechtigkeit f�r sich hat, nicht die
Gerechtigkeit selbst; denn wie k�nnte die wahre Gerechtigkeit sich gegen
einen einzelnen wenden, sie, die das ganze Gewebe des Lebens vor sich
ausgebreitet s�he.
* * * * *
Alles mu� allem dienen. Es gibt im letzten Sinne keine Ungerechtigkeit.
* * * * *
Wer tief ist, mu� sich sch�men, sich so zu zeigen.
* * * * *
Es gibt kein widerw�rtigeres Schauspiel, als wenn aus einem Menschen ein
Berufspfaffe wird.
* * * * *
Wer die Grausamkeit der Natur und der Menschen einmal erkannt hat, der
bem�ht sich selbst in kleinen Dingen, wie dem Niedertreten des Grases,
schonungsvoll zu sein.
* * * * *
Es ist leicht m�glich, da� die moralischen Vorstellungen allm�hlich eine
nicht nur moralische, sondern direkt dynamische (magnetische) Atmosph�re
�ber der Erdoberfl�che geworden sind, eine Welt, die sich in gewissem
Sinne selbst regelt, selbst ihre Ausgleiche schafft, ihre eigene
Gerechtigkeit hat und �bt. Daher dann jene oft beobachtete Justiz der
Geschichte, jene vielen 'gerechten Vergeltungen', jene moralischen
Ausbr�che und Gegenstr�me.
* * * * *
Es gibt keine unleidlichere Gewohnheit, als das sogenannte N�tigen bei
Tische. Dieses ewige Zureden in einer h�chst untergeordneten Sache, die
jeder mit sich selbst abzumachen hat, sollte unter Menschen, die auf sich
halten, verp�nt sein.
* * * * *
Auf F�hr:
Ich h�re Anreden von Fremden an Eingeborene wie die folgenden: 'Sie tragen
noch die alte Tracht; bleiben Sie ja dabei; ich sehe das zu gern; lassen
Sie auch Ihre Kinder in dieser Tracht gehn!' Oder: 'Nein, was ist Ihre
Tochter f�r ein sch�ngewachsenes M�dchen! Sehn Sie nur, meine Herren,
dieses schmale Gesicht und dabei dieses kleidsame Mieder ...' Als ob diese
Halligbewohner, diese Nachk�mmlinge der alten Friesen, Schaust�cke eines
Panoptikums w�ren; als ob sie nicht mit Fug herabsehen k�nnten auf diese
zusammengew�rfelte Gesellschaft halbkranker Gro�- und Kleinst�dter, die
mit all ihrer 'Bildung' nicht einmal wissen, wie ein Mensch einem Menschen
gegen�berzutreten hat.
* * * * *
Meine Liebe sind allein die gro�en Unbedingten, die Gl�ck oder Tod
bringen, die _sich_ vor allem bringen mit ihrem Geschmack, ihrer
Wertsetzung und ihrem ethischen Pathos, die den unbeirrbaren Sinn f�r
Gr��e besitzen, eine tiefe unausl�schliche Liebe zu dem, f�r welches sie
geboren sind.
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