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Page 53
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In und trotz aller Gesch�ftigkeit -- wieviel Verschlafenheit, wieviel
Vertr�umtheit! Das wacht oft ein ganzes Leben lang nicht auf. R�ttelst du
aber zu unsanft, so magst du leicht einen Sto� vor die Brust bekommen, wie
von einem Schlaftrunkenen, den man vorzeitig st�rt. Tr�ste dich mit diesem
'vorzeitig'. Und wer nicht aufstehen will, kann es wohl auch noch nicht,
_mu�_ wohl noch -- schlafen.
* * * * *
H�te dich, heute zu sterben! Sonst wirst du unvermeidlich Gegenstand einer
-- Trauerfeier. Du bist vielleicht dein ganzes Leben dem feiernden Volke
aus dem Wege gegangen; stirbst du zur Unzeit, das hei�t heute, so hilft
dir kein Todesgott vor dem endlichen 'Theater �ber Dir', an dem der
Philister sich s�ttigen mu�, soll er von dir �berhaupt etwas haben.
1910
Man kann nicht bescheidener sein als der 'gute Europ�er', der vor einem
Universum voll Sternen, den tadellosen Zylinderhut seiner Wissenschaft in
der Hand, ein Bild weltm�nnischer Reserve hochachtungsvoll und ergebenst
verbleibt.
* * * * *
Der moderne Mensch 'l�uft' zu leicht 'hei�'. Ihm fehlt zu sehr das �l der
Liebe.
1911
Man mu� die Gegenwart von ihrer Wissenschaft reden h�ren, um zu wissen,
was ein Parven� ist.
* * * * *
Es gibt wenig Groteskeres als diese Ehe von: Ich wei�, da� ich nichts bin
und Ich befinde �ber alles -- in der Riesen-Zwerg-Brust des aufgekl�rten,
des 'guten' Europ�ers. 'Ein Irrtum' wird erwidert. 'Wir befinden �ber
keine letzten Dinge, wir lassen sie einfach auf sich beruhen, als etwas
menschlicher Erkenntnis nicht Zug�ngliches. Was ich nicht wei�, macht mich
nicht hei�! -- sollte das nicht ein m�nnlicher, ja ein heldischer
Wahlspruch sein? Genug, er ist unser Wahlspruch, und er deckt sich mit dem
des Peer Gynt: Jeg er mig selv nok'. (Ich bin mir selbst genug.)
* * * * *
Es w�re au�erordentlich merkw�rdig, da� so viele selbst der Geistigsten
weit unter dem Niveau leben, das der Geist auf Erden schon einmal erreicht
und aufgestellt hat, -- wenn nicht jede Zeit ihre eigene Aufgabe h�tte und
die heute verk�rperten Seelen eben durch die Entwickelung dazu bestimmt
w�ren, sich gewissen Erkenntnissen ebenso entschieden zu verschlie�en wie
andern vorbehaltlos T�r und Tor offen zu halten.
* * * * *
Es gibt ein Wort aus der Stimmung des Jahrhundertanfangs: 'Man darf jetzt
schon wieder -- nun z.B. von -- Gott sprechen.'
'Man darf jetzt schon wieder' -- das Siegel einer 'gro�en', 'freien' Zeit.
* * * * *
F�r jeden Menschen, sagt Goethe, kommt der Zeitpunkt, von dem an er wieder
'ruiniert' werden mu�. So auch: f�r jede Kulturperiode. Die unsrige hat
diesen Zeitpunkt bereits �berschritten. Sie kann trotz allem, was dagegen
einzuwenden ist, in einem gewissen sehr hohen Sinne nicht mehr ein
ausschlie�liches Interesse beanspruchen. Das Hauptaugenmerk richtet sich
�ber ihren mehr oder minder gl�nzenden Abklang hinweg auf den folgenden
Abschnitt, dessen Aufbau, dessen Aufgaben. Ihr bleibt noch vieles zu tun;
freilich aber auch dies: sich m�glichst unmi�verst�ndlich und allseitig ad
absurdum zu f�hren.
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