Stufen by Christian Morgenstern


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Page 113

* * * * *

Das ist das Fruchtbarste an gro�en Menschen, da� ihr Anblick den, der sie
langsam zu erkennen beginnt, bis in den Tod hinein besch�mt. -- Eine
Erfahrung, von welcher aus der Mensch ahnen kann, was ein -- Gott f�r ihn
sein m��te, wenn er sich wirklich in ihn versenkte.

* * * * *

Kein gr��erer Irrtum als der: der Mensch sei dazu da, es jemals gut zu
haben. Nie gut _haben_ soll er es -- au�er h�chstens, da� ihm die Kraft zu
weiteren K�mpfen wachse --; denn sonst 'bek�me' er es nie 'gut'; dann
n�mlich, wenn er, nach �onen und unz�hligen Wandelungen, seinen Kosmos
absolviert haben wird: Und eine Heerschar Gottes-S�hne mehr zu neuem
Schaffen gereift steht.

* * * * *

Wen Gott lieb hat, den z�chtigt, den -- z�chtet er. Und so ward er die
Welt, Sich Selbst zur -- Zucht.

* * * * *

Die Menschheit hat l�ngst alles empfangen, was zu empfangen ist. Aber sie
mu� es immer wieder von neuem und in immer wieder neuer Form empfangen und
verarbeiten.

* * * * *

Die Lehre der Reincarnation z.B., sie ist l�ngst da. Aber sie mu�te eine
Weile beiseite gelassen werden -- die ganze europ�ische Zivilisation geht
auf dies Beiseitelassen zur�ck. Jetzt hat dieser Zyklus das Seine erf�llt,
jetzt darf sie, als eine unerme�liche Wohltat, in den Gang der westlichen
Entwickelung wieder eintreten. In einem Sinne, der erst jetzt m�glich ist,
zweitausend Jahre nach der Erscheinung des Christus, in einem ganz andern
Sinne als je vorher, wird sie jetzt von neuem die Menschheit befruchten,
erleuchten, erl�sen.

* * * * *

Im Grunde gibt es den einzelnen Menschen garnicht. (Er bildet sich's blo�
ein.)

* * * * *

Was reden wir von den alten �gyptern, Persern, Indern. Reden wir doch von
_uns_ alten �gyptern, Persern, Indern! Oder, wenn Jakob B�hme bei der
Erschaffung der Welt dabei war, war er dann bei der Entstehung der Veden
abwesend?

* * * * *

Die Menschen sind heute so weit gesunken, da� sie sich 'genieren' vom
Wesentlichsten ihres und alles Lebens zu reden. Gott, Christus,
Unsterblichkeit sind in gewissen Kreisen so verp�nt, wie in andern Hemd,
Hose, Str�mpfe; es geh�rt nicht zum guten Ton, nicht zum savoir vivre, sie
nicht v�llig zu ignorieren. Nur der 'wei�' heute zu 'leben', der in der
Tat nicht mehr wei�, was leben hei�t.

* * * * *

Ahnten die M�tter, wie ganz anders eine Mutter ihr Kind anblickt, die sich
den Lehren der Wissenden in rechter Weise erschlossen, -- nicht Eine w�rde
damit unbekannt bleiben wollen.

* * * * *

Mein Gott, mein Gott, in jeder Sekunde geschieht irgend etwas andres
Uns�gliches auf Erden -- und die Menschen wollen es nicht anders und die
Menschen wollen es nicht anders. Denn sonst w�rden sie ihr Leben anders
einrichten, sonst w�rden diese Schmetterlinge endlich Ernst zu machen
versuchen.

Auf welcher Stufe steht noch der Mensch! Wie noch viel furchtbarer wird er
leiden m�ssen, damit er nicht als Mumie im Weltall bleibt, damit Gott in
diesem gef�hrlichen Sch�pfungsabenteuer nicht zu Schaden kommt.

Als ich noch jung war, da dachte ich, die Zeiten des Leidens l�gen mehr
hinter uns als vor uns. Jetzt sehe ich fast nicht ein Ende. Zu viele
Seelen gibt es, zu viele. Der Fall in die Materie war zu tief --

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Books | Photos | Paul Mutton | Thu 22nd Jan 2026, 5:08