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Page 106
* * * * *
Frage dich nur bei allem: 'H�tte Christus das getan?' Das ist genug.
* * * * *
Das ergibt sich aus meiner Lehre, da� nicht nur der Einzelne sondern auch
Volk um Volk und endlich die ganze Menschheit -- Pers�nlichkeit zu werden
trachtet.
Denn wenn wir 'Gott' sind, -- was k�nnen wir H�heres aus uns machen, als
immer durchseeltere, durchbildetere, vollendetere Pers�nlichkeit? So wie
der einzelne durch und durch kaloskagathos werden soll, so soll auch ein
Volk, eine Menschheit durch und durch 'kalonkagathon' werden wollen.
Kunstwerk der Einzelne, Kunstwerk sein Volk, Kunstwerk die ganze Erde --
das ist das Ziel.
* * * * *
Jeder kann von Christus etwas fortnehmen. Verstehen aber wird ihn alle
f�nfzig Jahre -- vielleicht -- Einer.
* * * * *
Wenn, was sich so Theologen nennt, wirklich wissen k�nnten, wer Christus
war, w�rden sie ihn allesamt als einen Irrsinnigen und Verbrecher
verdammen. Ja, so weit weg steht der Mensch, der gesagt hat 'Ich und der
Vater sind eins' (und nur der johanneische Christus ist f�r mich Christus,
so ausschlie�lich, da�, wenn es ihn nie gegeben haben sollte, er l�ngst
h�tte 'erfunden werden' m�ssen) von der �brigen 'christlichen' Menschheit
und insonderheit ihren Theologen, da� er wie der leibhaftige Teufel auf
sie wirken w�rde, h�tten sie ja den Mut und die Kraft, ihm sein Weltgef�hl
bis zum Letzten nachzuf�hlen.
* * * * *
Immer wieder kommt mir die Szene auf Golgatha ins Ged�chtnis, immer wieder
komme ich zu mir selber wie Christus und frage mich: Und Du schl�fst! Und
ich fahre auf und Scham �bergie�t mich ganz und ich erwache zu mir selbst.
Aber nur ein Kleines, so bin ich wieder im Halbschlaf. Und wieder tritt
mein Selbst an mich heran, r�hrt mir ans Herz, da� ich wie verwundet
aufschrecke und zum wievielten Male! das traurige Wort vernehme: Du
schl�fst! Wie -- w�re mein Problem dies: Eine Natur, auf der Grenze
geboren, wo das Mittelm��ige und das Au�erordentliche zusammensto�en, ein
Mensch, zu gro�, zu reich, zu tief, im Gew�hnlichen zu verharren und doch
zu klein, zu arm, zu seicht, zu verharren im Ungew�hnlichen? Mir f�llt ein
Vers aus meinen ersten J�nglingsjahren ein, jenen Jahren, deren damals
noch ganz anders zehrende Ohnmacht ich durch den ausdauernden Schritt nach
nur Einem Ziel in zwei Jahrzehnten wenigstens bis zu einem gewissen Grade
�berwand: 'Ich m�chte schw�cher sein und bin es nicht, ich m�chte st�rker
sein und bin es nicht, und da� ich st�rker nicht noch schw�cher bin, als
wie ich bin, das ist's, was mich zerbricht,' Und auch das f�llt mir ein:
Wie ich mich fr�her geha�t habe. Geha�t bis zu bitterster Todfeindschaft,
die mir vielleicht nur aus Zufall nicht den Garaus machte. Und all mein
Flehen um Tiefe f�llt mir ein, das der alte Gott noch h�ren mu�te und
erf�llen sollte. Ein Mensch also gemacht aus Edelmetall und taubem Erz,
zerspalten in Reichtum und Armut, Verm�gen und Ohnmacht! Emporfahrend aus
seiner Niedrigkeit, den Himmel des Seherischen und Sch�pferischen in seine
Arme herabzurei�en, ihn erblickend in all seiner Herrlichkeit, und seiner
fl�chtigen Hoheit wieder entschlummernd in den Schlaf des Allt�glichen,
von neuem erwachend nach kurzem Traum im Tal des unfruchtbaren Todes. Das
w�re ich! Das bin ich?
WELTBILD: AM TOR
1907
Sieh einmal morgens nackenden Leibes beim Waschen an dir herunter, den
Riesen-Zellenbau, das Zellenuniversum ohne Gleichen!
Welches naive Auge w�rde je darauf kommen, dich als eine einheitliche
Ordnung von Legionen selbst�ndiger Wesen zu verstehen und welches Auge
w�rde folgen wollen, wenn der Verstand es wagte, die Wirklichkeit
�berhaupt als einen einzigen Zellenleib zu beschreiben, dessen Formen wir
uns nur nicht vorstellen k�nnen?
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