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Page 103
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'Sein' (esse) ist nur eine Denkform Gottes. Wenn Gott sagt: ich bin, so
sagt er dies beides nur als Mensch. Als Gott sagt er nichts, 'ist' er
nicht einmal etwas. Gott ist nicht Gott.
Als Mensch 'ist' Gott.
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Auch wo Gott 'sich' f�hlt, wie im Mystiker, bleibt er noch Mensch.
* * * * *
Man soll nur in alle Ewigkeit leugnen, da� die Welt unerkl�rlich sei. Die
Folgen dieser bornierten Leugnung, dieser stierm��igen Annahme des
Gottmenschenkopfes von seiner Anlage zur Selbsterkenntnis sind allzu
wertvoll, verinteressieren -- als Wissenschaft -- das Leben in allzu hohem
Grade.
* * * * *
Unbewu�te Stupidit�t, bewu�te Verlogenheit -- als Voraussetzung aller
Wissenschaft, ja aller geistigen Kultur �berhaupt: das ist eine groteske
Wahrheit Gottes, des Menschen.
* * * * *
Auch hier meine Ausf�hrungen, was ich auch versuche, bleiben --
Anthropomorphismus. Diese Feststellung sollte eigentlich der Tod Gottes
sein. Der Tod Gottes -- als einer auszuscheidenden Vorstellung. Aber diese
Vorstellung war meine letzte, in der ich alle andern begrub. Kein Wort der
Erde, das sich mir im Wort 'Gott' nicht l�ste. Andre nennen ihre
Grenzvorstellung Leben, Natur, Wirklichkeit. Aber ist das minder
anthropomorph? Nein. Jedes Wort ist Vorstellung, jedes Wort ist demnach
gleich viel wert. 'Leben' ist das Wort einer andern _Phantasie_ als
'Gott', das ist alles.
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Es gibt also zuletzt nur eine Grenzvorstellung, nur ein 'Ur--wort'. Dieses
Urwort mu� uns gelassen bleiben, wollen wir Menschen bleiben.
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Gott w�re etwas gar Erb�rmliches, wenn er sich in einem Menschenkopfe
begreifen k�nnte.
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Ich frage mich, welche innere N�tigung liegt meiner Handlungsweise zu
Grunde (dr�cken wir es so aus): das Ding an sich Gott zu nennen. Meine
aufrichtigste Antwort lautet: Das ist des Dings an sich, das ist Gottes
Sache selbst. Ich bin -- wie ich es ansehen kann -- nur eine Etappe im
ungeheuren Heer und Komplex von Assoziationen, und wenn ich mich nun
selbst psychologisch zu deduzieren suchte, so w�re damit wohl nicht viel
mehr getan, als wenn ein Strudel jenes Baches dort unten die Art seines
Gurgelns durch die Daten seines Lokals usw. erkl�ren zu k�nnen glaubte.
Nun gut. Welche N�tigung? Die N�tigung, nicht Halt machen zu brauchen. Die
N�tigung, mich mit allem um mich durch ein _pers�nliches_ Band verbunden
f�hlen zu d�rfen. Wenn diese Tanne da vor mir ein geistreicher Mechanismus
ist wie ich, so kann sie mir in jedem Augenblick unendlich gleichg�ltig,
ja widerlich werden. Aber sie ist kein Mechanismus, sie teilt -- ob ich
sie nun als _Du_ oder Erscheinung bezeichne -- _Ein_ Geheimnis mit mir,
das Geheimnis des Lebens. Wir sind Br�der als Erscheinungen, und unser
Beider Vater als Dinge.
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Ich, als Vater, erf�lle mich erst im Menschen, als mir, dem Sohne; als
Sohn erst erfahre ich mich als den Vater.
Oder: als Erscheinung erst werde ich mir selbst -- Erscheinung.
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Von mir: die Menschen sind ihm allein K�pfe Gottes.
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