|
Main
- books.jibble.org
My Books
- IRC Hacks
Misc. Articles
- Meaning of Jibble
- M4 Su Doku
- Computer Scrapbooking
- Setting up Java
- Bootable Java
- Cookies in Java
- Dynamic Graphs
- Social Shakespeare
External Links
- Paul Mutton
- Jibble Photo Gallery
- Jibble Forums
- Google Landmarks
- Jibble Shop
- Free Books
- Intershot Ltd
|
books.jibble.org
Previous Page
| Next Page
Page 15
Nach dem Kampfe erliess Senjavin eine Proklamation an die Bokelen und
Montenegriner, aus welcher wir nur den folgenden Auszug hier mitteilen:
�Soldaten, ihr habt nicht bloss grossen Heldenmut und grosse Tapferkeit
gezeigt, sondern auch allen Befehlen geb�hrend Folge geleistet und euch
�berhaupt in allem lobenswert betragen. Die K�hnheit des Feindes, der
unser Land zu bek�mpfen wagte, ist gestraft worden. Wegen eurer
Ausdauer war der Feind erstaunt, der so viel Leute verloren hat, dass er
sobald keine neuen Kr�fte sammeln und einen neuen Kampf wird wagen
k�nnen. Indem ich euch als Sieger begr�sse, danke ich euch, dass ihr die
Gefangenen gut behandelt habt, und w�nsche, dass die Menschlichkeit auch
sp�terhin nicht verletzt wird ... etc.�[57]
Dieses Dokument ist das beste Zeugnis von dem Ausgange des Kampfes bei
Castelnuovo.
10. Die Bocca w�hrend des Waffenstillstandes. Okkupation der Inseln.
Castelnuovo war und blieb das Hauptlager des slavischen Heeres. Marmont
hatte zwei Standorte: Zavtat und Ragusa. Nach dem Kampfe bei Castelnuovo
trat in beiden Lagern, im slavischen wie im franz�sischen, eine Zeit der
Orientierung nach innen und aussen ein. Die Ereignisse im fernen Norden
blieben auch jetzt, wie �brigens w�hrend dieser ganzen Zeitepoche, nicht
ohne Widerhall. Zwei Fragen waren f�r Bocca und f�r beide
gegeneinanderstehenden Armeen von wesentlicher Bedeutung. Die eine
lautete: Wird wohl Russland nun nach dem Scheitern von Oubrils Vertrag
mit Frankreich, oder eher umgekehrt, einen neuen Krieg beginnen? Die
andere war: Wird es Frankreich gelingen, das B�ndnis der T�rkei mit
Russland zu sprengen oder nicht? Sollte die T�rkei der Verb�ndete
Frankreichs werden, und sollten Feindschaften zwischen derselben und
Russland ausbrechen, so w�re die Lage der Russen in der Adria sehr
erschwert worden. Senjavin liess noch 6 Kompagnien J�ger von Korfu nach
der Bocca kommen. Anfangs Dezember lief Senjavin aus der Bucht aus und
fuhr nach den dalmatischen Inseln, um dieselben zu besetzen. F�r die
milit�rischen Zwecke waren diese Inseln von grosser Wichtigkeit. Die
Insel _Corzola_ war f�r die kleinen franz�sischen Schiffe ein geeigneter
Zufluchtsort.[58] Am 9. Dezember gelangte Senjavin mit seiner Flotte
vor die Stadt und Festung Corzola. Er hatte zwei Bataillone J�ger und
150 Mann ausgew�hlt, Montenegriner und Bokelen. Die Franzosen unter dem
General _Orfengo_ waren in sehr g�nstiger Lage gegen jeden Angriff. Sie
hatten eine sehr starke Schanze bei dem Kloster _Hl. Vlachho_, 14
Gesch�tze, viel Munition und waren ihrer 500 Mann. �C'�tait un poste
dans lequel un homme de coeur pouvait tenir au moins pendent quinze
jours devant toutes les forees ennemies.�[59] So charakterisiert Marmont
die Lage, in welcher sich diese franz�sische Besatzung befand. Und doch
gelang es Senjavin, bereits am 10. Dezember, nach kurzem und heftigem
Gefecht, auszuschiffen; am 11. nahm er die Schanze ein und nahm alle am
Leben gebliebenen Soldaten mit dem General _Orfengo_ selbst gefangen.
Sechs franz�sische Offiziere und 150 Soldaten fielen im Kampfe. Die
Russen mit den Montenegrinern verloren etwa 30 Mann und hatten zirka 80
Verwundete. Von den Montenegrinern zeichneten sich durch bewundernswerte
Furchtlosigkeit und Tapferkeit die Br�der des Vladika, _Savo Petrovic_
und _Stanko Petrovic_ aus.[60]
Sofort nach der Einnahme Corzolas griff Senjavin _Brazza_, eine andere
benachbarte Insel, an. Die Franzosen leisteten dort nicht viel
Widerstand. Es gab dort keine Festung und keine Redoute; hier war
General Marmont selbst. Weil die Garnison zu klein und zu schwach war,
wollte er sich in keinen Kampf einlassen, sondern zog nach Spalato
zur�ck. Die Russen aber nahmen 83 Mann gefangen, darunter 3 Offiziere.
Die benachbarte Insel _Lesina_ war sehr gut befestigt. Man dachte hier,
dass nach Brazza nun Lesina an der Reihe sein werde, und darum bereitete
man sich m�glichst schnell und gut zum Kampfe vor. Es kam aber anders.
Der russische General erhielt aus Korfu ganz beunruhigende Nachrichten.
Man meldete, _Ali-Pascha_ von Janina sei bereit, die Ionischen Inseln
anzugreifen. Diese Nachricht bewog den Admiral, sofort seine Eroberungen
auf den Inseln preiszugeben und nach S�den in See zu gehen. Er kam mit
dem Heer zuerst nach Cattaro.[61] Und von da aus fuhr er weiter nach
Korfu. In der Bucht blieb der Kapit�n _Baratinski_ mit drei Kreuzern
zur�ck. Sankovski war Zivilverwalter der Bocca, und der Vladika
versprach, Cattaro vom Lande aus zu verteidigen.
Nach seinem R�ckzug nach Zavtat, blieb Marmont nicht lange in diesem
Ort, sondern ging nach Ragusa. Vorl�ufig gab er den Gedanken, die Bocca
zu erobern, auf, oder richtiger ausgedr�ckt: Jetzt traf er alle
m�glichen Massregeln und Vorbereitungen, um die Stadt Ragusa als den
Ausgangspunkt f�r jene Eroberung zu befestigen. Napoleon selbst machte
grosse Pl�ne in bezug auf diese Stadt, Marmont sagt dar�ber folgendes:
�L'Empereur avait sur Raguse les projets les plus �tendus: cette ville
devait devenir notre grande place maritime dans les mers de l'Orient, et
�tre dispos�e pour satisfaire aux besoins d'une nombreuse escadre, qui y
aurait habituellement stationnn�.�[62] Prinz Eugen schrieb an Marmont am
8. September 1806: �Sa Majest� esp�re que vous aurez pu profiter du
temps pour vous organiser, armer et fortifier Raguse. C'est un point
tr�s important dans les circonstances actuelles, puisque l'on croit que
la Russie va d�clarer la guerre � la Porte et marcher sur
Constantinople.� (Marmonts Mem. X, p. 80.) Darum gab sich Marmont alle
M�he, Ragusa in geh�rigen Verteidigungszustand zu setzen. Die zwei
Bergfestungen �ber der Stadt wurden verbessert und neu ausger�stet. Das
gleiche tat der General mit den kleinen Inseln in der N�he der Stadt.
Und schliesslich gab er dem General Lauriston viele Instruktionen,
�berliess ihm 4500 Mann und reiste am 1. November nach Spalato ab.[63]
Diese Zahl war zu gering. Daher ist es kein Wunder, dass die Franzosen
keinen Angriff in Abwesenheit Senjavins auf die Bocca zu unternehmen
wagten.
Previous Page
| Next Page
|
|