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Page 12
Lauriston machte Versuche, auch den Vladika Peter zur freundlicheren
Gesinnung gegen die Franzosen zu bewegen. Er hatte erfahren, welch
unwiderstehlichen Einfluss er auf die Bokelen hatte. Er wusste, dass
keine Macht, folglich auch die Franzosen nicht, ohne seine Zustimmung in
dieser Gegend ruhig und gl�cklich zu herrschen verm�chten. Lauriston
machte dem Vladika viele Versprechungen. So verhiess er ihm z.B. im
Auftrage Napoleons die Patriarchenw�rde �ber ganz Dalmatien.[36]
Selbstverst�ndlich lehnte es der Vladika ab. Es gab eine Zeit, von
welcher wir schon gesprochen haben, wo er willig war, mit den Franzosen
in B�ndnisverhandlungen einzugehen, wo er solche sogar sehns�chtig
w�nschte. Diese Zeit war aber jetzt vor�ber. Die Situation hatte sich
ge�ndert. Der Vladika wusste, dass sein Volk nach so vielem
Blutvergiessen und nach so vielen Feindseligkeiten mit den Franzosen
nicht frohen Herzens mit denselben jetzt ein B�ndnis schliessen w�rde.
Er kannte zu gut den Charakter dieses schlichten Volkes, das seine
Gef�hle nicht nach diplomatischen Erw�gungen, sondern nach einem
angeborenen Gerechtigkeitsmassstab regulierte. Dieses Volk vermochte
nicht heute jemandes Freund zu werden, dessen Feind es gestern gewesen
war.
III.
Die K�mpfe bis zum Tilsiter Frieden.
8. Vorbereitung zum neuen Kampf.
Im slavischen Lager zu Castelnuovo erwartete man mit Ungeduld die
Antwort des Zaren auf die wegen Nichtauslieferung der Bocca gesandte
Bittschrift, Lauristons Verhandlungen scheiterten allenthalben. Er gab
sie auf, oder besser gesagt, er �bergab sie dem gerade angekommenen
Generalissimus der franz�sischen Armee f�r Dalmatien, dem General
Marmont. Am 2. August langte dieser in Ragusa an. Er fand, wie er selbst
behauptet,[37] die Armee in einem ganz elenden Zustande. Die
franz�sischen Truppen in Dalmatien sollten aus den Mitteln unterhalten
werden, die sie von dem Milit�rlager in Italien bekamen. Die
Unterst�tzung war aber mangelhaft und unregelm�ssig. Die
Kriegkommiss�re, die die Lebensmittel aus Italien expedierten und die,
welche dieselben in Dalmatien empfingen, lieferten der Armee das
verdorbene Korn. �Le pain �tait infect, les h�pitaux �taient dans le
plus grand abandon, les casernes sans fournitures; tout �tait dans
l'�tat le plus d�plorable; plus du quart de l'arm�e �tait aux h�pitaux,
o� la mortalit� �tait effrayante: c'�tait pire que ce que j'avais trouv�
deux ans et demi avant en Hollande.[38] So sagt Marmont, nicht aber von
dem Zustande der Armee in der Bocca allein, sondern in Dalmatien
�berhaupt.
Marmont gab sich alle M�he, diesen unheilvollen Zustand zu bessern. Er
machte die dalmatische Armee finanziell unabh�ngig von der
italienischen. Fleischlieferungen bestellte er von Bosnien, wo das Vieh
billig war und Kornlieferungen von Pola und Triest.[39] Grosse Sorgfalt
widmete er insbesondere den bis dahin ganz vernachl�ssigten Spit�lern.
Es gab zu wenig Spit�ler, n�mlich nur ein einziges in Zara, sodass viele
kranke Soldaten starben, bevor sie ins Spital gebracht werden konnten.
Er vermehrte die Spit�ler, er richtete sie gut und zweckm�ssig ein.
Somit verminderte sich die Sterblichkeit der Soldaten merklich.[40]
Marmont war �berrascht, dass man in der Bocca keine Notiz davon nahm,
dass das Land nach dem abgeschlossenen Vertrag vom 20. Juli sofort an
die Franzosen auszuliefern sei. Er kam nach der Bocca in der festen
Ueberzeugung, dass er nichts anderes zu tun haben werde, als bloss das
Land zu besetzen ohne Kampf und Krieg. Als seine Hauptmission
betrachtete er, den Bed�rfnissen der Armee nachzukommen, die ungeheuer
waren.[41]
Die Situation war aber eine ganz andere, und demgem�ss musste er nun
handeln. Er erinnerte den russischen Admiral an den Pariser Vertrag.
Senjavin gab eine z�gernde Antwort mit der Bemerkung, dass der Vertrag,
obwohl abgeschlossen und durch die Unterh�ndler unterzeichnet, noch
nicht durch den Zaren best�tigt worden w�re. Unterdessen erfuhr Marmont,
dass das slavische Heer in der Bocca bei Castelnuovo Verst�rkungen
erhalte. Es ging auch ein Ger�cht durch das Land, dass die Slaven an die
Fortsetzung des Krieges d�chten. Dem franz�sischen General blieb somit
nichts �brig, als sich selber zum Kampfe vorzubereiten. Mit grosser Eile
liess er zwei Festungen konstruieren, die eine auf dem oberhalb Ragusa
sich befindenden Berge _Sancto-Sergio_ und die zweite auf dem ersten
Posten, unweit davon. Grossen Wert legte er auf die Freundschaft mit
den benachbarten T�rken von Bosnien und Herzegovina. Er kn�pfte
freundschaftliche Beziehungen mit dem Agha von Mostar, mit dem Pascha
von Trebinje und dem Vezier von Bosnien an. Er machte ihnen manche
Geschenke in Waffen und Berggesch�tzen.[42]
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