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Page 11
In Erwartung von Russlands Antwort konnte dieses Volk keine Waffenruhe
halten. Die Montenegriner und Bokelen gingen oft nach Ragusa, um die
Franzosen herauszufordern. Auch vom Meere aus fuhren sie heran,
richteten allerlei Schaden an und kehrten dann in die Bucht zur�ck.
Diese Bandenz�ge beunruhigten fast t�glich die franz�sische Armee, dass
diese--obwohl die Belagerung schon am 6. Juli aufgehoben war--immer noch
nicht wagten, aus der Stadt abzuziehen.
Das war ihrerseits nat�rlich klug. Denn sie wussten, dass es zwischen
Napoleon und Russland abgemachte Sache sei, die Bocca di Cattaro an sie
auszuliefern. Warum sollten sie nun umsonst Blut vergiessen.
7. Oubrils Vertrag.
Wir haben schon im ersten Kapitel erw�hnt, wie sich die politische
Situation der europ�ischen Grossm�chte in einem best�ndigen Hin-und
Herschwanken befand. Napoleon hetzte Oesterreich gegen Russland, dieses
stand in Ungewissheit, mit wem es nach der Niederlage von Austerlitz
halten sollte; in England war seit dem Tode Pitts (23. Januar 1806) eine
Wendung in der �ussern Politik eingetreten. Diese war, wenn auch nur f�r
kurze Zeit, von Einfluss auf die Lage des �brigen Abendlandes. Das
Ministerium _Fox-Grenville_ kam im britischen Reiche ans Staatsruder.
Man erwartete allerwegs, dass Fox, der m�chtigste Gegner der
kriegerischen Politik Pitts, einen neuen Weg in der �usseren Politik
einschlagen werde. Man t�uschte sich auch nicht. Fox trieb seinem
Charakter gem�ss eine friedfertige Politik. Er hegte innige Freundschaft
f�r Frankreich. Ein Briefwechsel zwischen ihm und Talleyrand zeigt dies
zur Gen�ge. Er wollte unverz�glich den Krieg mit Frankreich beilegen.
Man kannte in Petersburg die Gesinnung und die Politik des neuen
englischen Ministers. Unter R�cksichtsnahme auf die Tatsache, dass
dieser Mann jetzt die F�hrung Englands, d.h. des russischen Verb�ndeten,
hatte, wie auch auf die Absicht Napolens, Oesterreich von Russland
loszumachen, entschloss man sich am kaiserlichen Hofe, eine Ann�herung
an Frankreich zu versuchen. Weil England denselben Schritt zu tun im
Begriffe war, war das schon an sich ein gen�gender Grund, dass auch die
Russen zu Napoleon in freundschaftliche Beziehung treten wollten. Daher
sandte Alexander den Staatsrat Oubril, den ehemaligen Gesch�ftstr�ger
in Paris, nach Frankreich. Oubril hielt auf der Durchreise sich in Wien
auf und versicherte dem Hofe und dem Grafen Stadion, dass er
Instruktionen bekommen habe, bei dem Abschluss von Vertr�gen auch
Oesterreichs Interessen zu wahren.[34] Man atmete in Wien ein wenig
freier auf. Diese Versicherung konnte insbesondere den Grafen Stadion
beruhigen, da er durch dieselbe nun gewiss war, dass Oesterreich nicht
gezwungen werde, sich auf die Kniee vor Napoleon zu werfen.
Es war klar, dass es f�r die Verb�ndeten vorteilhafter sei, gemeinsame
Friedensunterhandlungen mit Napoleon zu f�hren. Dem Betragen des
russischen Bevollm�chtigten nach aber schien es, als ob Oubril die
Instruktionen des Zaren h�tte, n�tigenfalls auch Separatverhandlungen zu
�bernehmen. Fox str�ubte sich insbesondere gegen solche. Er wusste gut,
dass Napoleon nur in dem Falle etwas abzuringen sei, wenn alle
Verb�ndeten gemeinsame Sache machen w�rden. Nicht weniger war das auch
Stadions Standpunkt.
Oubril wurde von Talleyrand mit grosser Zuvorkommenheit behandelt. Er
versicherte den russischen Unterh�ndler, dass ein Friede mit Russland
f�r Napoleon die w�nschenswerteste Sache sei, wie auch, dass einem
russisch-franz�sischen Abkommen nicht viele Hindernisse im Wege st�nden.
Auf das diplomatische Intrigenspiel brauchen wir hier nicht n�her
einzugehen. F�r uns ist nur das Schicksal der Bocca di Cattaro w�hrend
solch verwickelter diplomatischer Zust�nde wichtig. Talleyrands
Forderungen an Russland gingen darauf hinaus, die Bocca solle den
Franzosen ger�umt werden. Nur dann k�nne die Rede sein von einer R�umung
des �sterreichischen Territoriums seitens der Franzosen.
Das Abkommen wurde schliesslich zustande gebracht und am 20. Juli von
den beiderseitigen Unterh�ndlern unterzeichnet. Die Hauptpunkte dieses
Abkommens waren: Anerkennung von Napoleons Kaisertitel durch Russland,
R�umung des �sterreichischen Bodens und Uebergabe der Bocca di Cattaro
an die Franzosen. Inzwischen begann General Lauriston Verhandlungen mit
Senjavin und den �sterreichischen Diplomaten, den Grafen _Bellegard_ und
_L'Epin_. Da er sich mit Senjavin wegen dessen z�gernder Haltung nicht
verst�ndigen konnte, forderte er von den Bokelen, sich den Franzosen zu
ergeben. Bellegard war entschieden dagegen. Denn er meinte, wenn die
Franzosen die Bocca nicht von Oesterreich unmittelbar erhielten, so
w�rde die Festung Braunau diesem letzteren verloren gehen.[35]
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