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Page 10
Darauf stellten die Russen ihre zwei Batterien auf der H�he �ber der
Stadt auf und fingen an, dieselbe zu bombardieren. Die H�user Ragusas
waren aus festem Material gleich den Ritterburgen gebaut. Auch eine hohe
und dicke Mauer umgab die Stadt. Doch die Kanonenkugeln richteten
bedeutende Sch�den an. Tag und Nacht waren diese Batterien t�tig.
Lauriston sandte oft kleinere Abteilungen, damit sie die bokelischen
Freiwilligen vertrieben, die sich in den Ruinen um die Stadt verborgen
hielten und h�ufig auf dieselbe Angriffe versuchten.
Die eigentliche Stadt war von Menschen �berf�llt. Einmal weil neben den
Stadtbewohnern die starke franz�sische Garnison darin weilte, und dann,
weil das Volk aus der Umgebung noch vor der Belagerung dort Zuflucht
gesucht hatte. Von Anfang an musste man deshalb mit allen N�ten k�mpfen,
wie Hunger, Durst und Krankheiten. Der schreckliche Zustand
verschlimmerte sich von Tag zu Tag. Senjavin war dies sehr wohl bekannt.
Ihn und Vladika dauerte es besonders, dass die unschuldige Bev�lkerung
aus der Umgebung so furchtbar leiden musste. Darum versuchte Senjavin
wiederholterweise Lauriston zur Kapitulation zu bewegen, aber jedesmal
erfolglos.[31] Der franz�sische General machte zweimal Versuche, um die
Stadt von der Belagerung zu befreien. Am 28. Juni griffen seine Soldaten
um Mitternacht den russischen rechten Fl�gel an, wurden aber
zur�ckgeschlagen und liessen 10 Tote und 23 Verwundete auf dem Felde.
Und am 3. Juli wurden zum zweiten Male 400 Franzosen nach der Vorstadt
_Pilae_ ausgesandt, um das verb�ndete Heer zu beunruhigen. Eine
Abteilung Montenegriner erhielt daher den Befehl, diejenigen H�user in
der Vorstadt anzuz�nden, von wo aus die Franzosen ihre Angriffe machten.
Der Befehl wurde ausgef�hrt. Es kam zu einem heftigen Scharm�tzel, in
welchem 100 Franzosen umkamen. (Russen und Montenegriner verloren 11
Mann.) Die �brigen fl�chteten sich in die Stadt und wagten nicht mehr
herauszukommen, solange die Belagerung dauerte.
Senjavin hatte schon seit Wochen den Befehl aus Petersburg erhalten, die
Bocca den Oesterreichern zu �bergeben, damit sie dieselbe an die
Franzosen ausliefern k�nnten. Diesen Bescheid hielt er lange geheim. Es
ging aber ein leises Ger�cht durch die Armee, dass der Admiral einen
solchen Befehl in der Tasche tr�ge. Senjavin liess jenes Gerede nicht
unterdr�cken oder dementieren, vielmehr schien es, dass er die
Verbreitung desselben beg�nstigte, bis er schliesslich selber die Sache
der Armee kund tat. Auf diese Nachricht wurden die Bokelen und
Montenegriner bis zum Tode betr�bt und entmutigt. Sie konnten gar nicht
fassen, dass es des Zaren Wille sei, sie, die so mutig und aufopfernd
gegen den gemeinsamen Feind gek�mpft hatten, an diesen ausgeliefert
werden sollten. Viele verliessen den Kampfplatz sofort und kehrten heim.
Die Belagerung dauerte bis am 6. Juli. An diesem Tage hatten die Slaven
noch einen Zusammenstoss mit den Franzosen. Fr�h am Morgen kam die
Nachricht ins russische Lager, dass 500 Mann Ersatztruppen f�r die
Franzosen von Ston heranr�cke. Der Vladika sandte zu der M�ndung des
Flusses _Ombla_ eine Abteilung Montenegriner, den nahenden Feind zu
empfangen. Kaum waren die Montenegriner dort angelangt, als ein neues
Heer auf den t�rkischen H�geln erschien. Das war General _Molitor_ mit
3000 Mann. Ueber Ston hatte er jene 500 Leute ausgesandt, damit er die
Aufmerksamkeit der Slaven dorthin lenke, sie dann von hinten �berrasche
und zwischen die beiden Feuer treibe. Als diese Armee zum Vorschein kam,
eilten die Montenegriner und Bokelen ihr entgegen. Sobald die Armee die
Grenze �berschritt, fielen sie �ber sie her und zwangen sie,
haltzumachen. General Molitor war erstaunt wegen dieses k�hnen Streiches
eines so kleinen irregul�ren Heeres. Es kam zu einem heftigen aber
kurzen Zusammenstoss. Die Slaven wurden bis Gravosa zur�ckgedr�ngt.
Molitor vereinigte sich mit der Armee aus der belagerten Stadt. Senjavin
wollte sich nicht in einen weiteren Kampf einlassen, da er keinen
Vorteil davon erwarten konnte. Die kriegerische Stimmung seines Heeres
und insbesondere der Bokelen hatte nachgelassen. Der Vladika schiffte
sich mit einem Teil seiner Leute ein und fuhr mit Senjavin und den
Russen nach der Bucht di Cattaro. Ein anderer Teil Montenegriner hielt
noch eine Zeitlang den Kampf gegen die Franzosen aufrecht. Sie traten
langsam den R�ckzug in der Richtung auf Zavtat an und gingen von da aus
nach Castelnuovo, um sich mit dem �brigen Heere zu vereinigen.
In Castelnuovo war jetzt das Hauptlager der Bokelen, Russen und
Montenegriner. Das Volk aus der Umgebung kam haufenweise, um die Krieger
zu begr�ssen. In diesem Lager ging es wie bei einer politischen
Versammlung zu. Das Volk klagte und jammerte, dass es nach so vielen
Opfern doch unterjocht werden solle. Es wurden flammende Reden gehalten
gegen Franzosen, Oesterreicher und sogar gegen das offizielle Russland
(nicht gegen die Russen �berhaupt, denn die Russen, welche mit dem Volke
gegen den Feind zusammenk�mpften, waren in der Bocca sehr beliebt). Man
beschloss, eine Deputation zum Zaren nach Petersburg zu schicken, um ihn
zu bitten, die Bocca nicht ihrem Feinde auszuliefern. In der Bittschrift
erinnerten sie den Zaren, wie die Franzosen wider das V�lkerrecht Ragusa
besetzt h�tten, obwohl diese Republik unter dem Schutz der ottomanischen
Pforte, der damaligen russischen Bundesgenossin, stand.[32] Vier
Deputierte wurden gew�hlt und abgesandt.[33]
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