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Page 49
Der Feldwebel der vierten Kompagnie hatte die Verteidiger aufgefordert,
sich zu ergeben. Einige der franz�sischen Soldaten hatten unwillk�rlich
die Gewehre gesenkt. Darauf trat ihr Leutnant vor und rief dreimal mit
starker Stimme und in einem Ton von �u�erster, ja unbegreiflicher
Verzweiflung: _�Jamais! Jamais! Jamais!�_ Zugleich ri� er einem
seiner Leute das Gewehr aus den H�nden und legte es an.
Diesen Mann gewahrte Sylvester jetzt. Er gewahrte ihn w�hrend des kurzen
Zeitabschnittes, in welchem sich der Offizier des Gewehrs seines
Untergebenen bem�chtigte und es an seine Schulter pre�te. Er sah den
festen, eigent�mlich gelben und in seiner Gelbheit und vernunftlosen
Raserei geradezu tigerhaften Blick, -- da erkannte er das Gesicht noch
nicht. Eine Sekunde sp�ter erkannte er es. Die Geschehnisse gingen in so
rascher Folge vor sich, da� der Geist mit einer erstaunlichen
Schnelligkeit auffa�te und arbeitete. Von dem Moment des Anlegens der
Waffe, der auf ihn gerichteten Waffe, bis zum Abfeuern des Schusses
erkannte Sylvester nicht nur dieses Gesicht, erinnerte sich nicht nur
aller fr�heren Begegnungen mit dem Manne, alles dessen, was zwischen
ihnen lag, kombinierte er nicht nur die Art des jetzigen
Zusammentreffens, wunderte sich nicht nur �ber die schmerzliche F�gung,
sondern empfand auch eine h�chst gesteigerte liebende Teilnahme. Zu sp�t
rang sich ein Schrei aus seinem Mund. �Achim!� Der Hahn des Gewehrs war
schon abgedr�ckt. Sylvester brach in die Knie.
Kaum hatte Achim Ursanner den Schrei vernommen, als er hinzueilte.
�Sylvester,� r�chelte er, erhob die Augen und umkrallte mit den Fingern
den Hals. Ein Unterj�ger, vermeinend, da� der feindliche Leutnant seinem
verwundeten Offizier noch zu Leibe wolle, hatte sich mit dem Gewehre in
Positur gesetzt und stie� dem nahenden Ursanner das Bajonett mitten
durchs Herz. Nun kamen die franz�sischen Soldaten vom ersten Stock und
vom Dachboden herunter und begannen neuerdings zu feuern. Der Feldwebel
packte den starren K�rper Sylvesters und zog ihn �ber die Stufen auf die
Stra�e, wo er unter grauenvoll verrenkten und verkrampften Toten liegen
blieb. Unterdessen st�rmte die erste J�gerkompagnie unwiderstehlich an,
und nach einer Viertelstunde war das schreckliche Haus in ihrem Besitz.
Sylvester war nicht v�llig ohne Besinnung. Er wu�te, da� er verwundet,
schwer verwundet war und da� er wahrscheinlich verbluten w�rde, wenn
keine Hilfe kam. Desungeachtet f�hlte er keinen Schmerz; auch
Todesfurcht sp�rte er nicht, ganz im Gegenteil schienen ihm seine
Gedanken durch eine ungew�hnliche prickelnde Leichtigkeit ausgezeichnet.
Er bildete sich ein, am Meeresstrand zu liegen. Die Wellen benetzten
seine Kleider, und es war eine angenehme Empfindung von Gefahr, wie sie
immer n�her an seinen K�rper r�ckten. Zuerst glaubte er, da� er sich in
Bangor befinde; er glaubte es deshalb, weil Anna Ewel unweit von ihm
eine Sch�rze wusch und sie an der T�r einer Badeh�tte aufhing. Dann aber
sagte er sich, es sei Unsinn, Bangor habe gar keinen Strand, auch sei
dort der Ozean nicht so blau. Wo bin ich denn? Wo bin ich denn
eigentlich? qu�lte er sich. Da fiel ihm ein, da� das Gestade zwischen
Amalfi und Salerno ebenso sanft und lieblich war wie hier; er gewahrte
auch die olivenumwachsenen H�nge. Wie oft hatte er sie auf der Jagd nach
Eidechsen durchstreift! Damals hatte er Eidechsen gefangen, denn er
hatte eine R�merin geliebt, die viele Eidechsen in einem Glashaus hielt
und f�tterte. Nun kam sie selbst; er hatte ihren Namen vergessen. �Tut
nichts,� lachte ein Fischer, der eben seine Netze aus dem Boot zog, �wir
hei�en sie Angiolina.� Der Klang dieses Wortes berauschte ihn. Auf
einmal trabten zwei ungemein zierliche Esel vorbei, und als er sie
neugierig betrachtete, sah er, da� das Sattelzeug aus zusammengesetzten
Spielkarten bestand. Das ist ein Racheakt von Lord Albany, dachte er und
ballte die Faust. Es wurde Nacht, und eine Person mit einer
unvergleichlich sch�nen Stirn kniete neben ihm. �Bist du es wirklich,
Gabriele?� fragte er leise. Sie ergriff seine H�nde und w�hrend mit
erbitterten Mienen Tausende von Menschen auftauchten, begann sie zu
singen. Da hatte er den herzzerrei�enden Argwohn, da� sie ihn verachte,
ihn zum besten halte, da� sie falsch, listig und selbsts�chtig sei. Sein
Vater und seine Mutter kamen und zwischen ihnen Silvia. Silvia trug
einen Veilchenkranz im Haar. Als er sie erblickte, f�hlte er sich
pl�tzlich aufgehoben und fortgetragen ...
Der ihn aufhob und forttrug war Adam Hund. Seine Kompagnie hatte jenen
letzten Angriff auf das Haus unternommen. Durch einen Kolbenhieb am Kopf
verletzt, war er niedergefallen und hatte dabei das bleiche, leblose
Gesicht Sylvesters gesehen. Dies gab ihm seine Kr�fte wieder. Er warf
sich mit dem Gesicht auf die Brust Sylvesters und lauschte, ob das Herz
noch schlug. So an der Brust seines Herrn ruhend, bezwang er zun�chst
sein Schwindelgef�hl, dann, von der Hoffnung beseelt, da� noch Leben in
dem K�rper sei, raffte er sich auf, hob den Bewu�tlosen empor und nahm
ihn auf seinen R�cken, um ihn nach einem Verbandplatz zu schaffen. Die
Schlacht w�tete mit unverminderter Heftigkeit. Das St�ck Feld, das Adam
mit seiner Last �berqueren mu�te, war so vom feindlichen Feuer
bestrichen, da� die Soldaten des elften Regiments, die jetzt zum Kampf
r�ckten, sich nur kriechend vorw�rts bewegten, und obwohl dreimal in
seiner unmittelbaren N�he Granaten krepierten, k�mmerte sich Adam darum
nicht. Ein Gescho� zerschmetterte ihm die rechte Hand. Er fluchte wie
ein Fuhrknecht, trabte aber unverdrossen weiter, bis er zwei
Sanit�tsleute gewahrte, denen er zuwinkte. Da verlie� ihn das
Bewu�tsein.
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