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Page 40
Agathe legte Pelzmantel und Pelzhaube ab, strich ihre Frisur glatt,
r�ckte einen der winzigen Lehnst�hle zum Ofen und lie� sich darauf
nieder. �Was willst du mir also sagen?� begann sie trocken.
Sylvesters Stirn verfinsterte sich. �Das ist eine ihrer Anwandlungen von
h�lzerner Verstocktheit,� dachte er �rgerlich. Nach einem Stillschweigen
versetzte er, indem er ihr gegen�ber Platz nahm: �Ich will dir sagen,
da� ich ... da� ich keine Freude an mir habe.�
�Warum nicht? Ist denn nicht alles in Erf�llung gegangen, was du
begehrt hast?�
�Es ist nichts davon in Erf�llung gegangen.�
�Das tut mir leid. Jedenfalls liegt es nicht an mir, wenn deine Pl�ne
fehlgeschlagen sind.�
�Doch, Agathe, an dir, nur an dir.�
�Ich verstehe dich nicht, Sylvester. Was f�r Opfer soll ich noch
bringen?�
�Du willst mich nicht verstehen, Agathe. Ich habe dir ja geschrieben --�
�Du hast mir geschrieben, es sei dir unm�glich, im B�sen von mir zu
scheiden. Du legst Wert darauf, da� wir Freunde bleiben. Was soll ich
dazu sagen? Ich finde, da� du einen Luxus treibst, der etwas
Imponierendes hat. Es gen�gt dir nicht, f�r die Befriedigung einer Laune
den h�chsten Preis zu zahlen, der bezahlt werden kann, du forderst auch,
da� diejenige, die haupts�chlich die Kosten zu tragen hat, versichert,
es sei nur eine Kleinigkeit, und man sei entz�ckt. Bin ich wie eine Kuh,
die man melkt und auf die Weide treibt und wieder melkt und so fort, bis
ans selige Ende?�
Sylvester verf�rbte sich. �Jedes Wort, Agathe,� erwiderte er gepre�t,
�jedes Wort ist Mi�verst�ndnis und Entstellung. Ich befriedige nicht
eine Laune, ich habe das Ungl�ck gehabt, eine Katastrophe zu erleben;
ich wage kaum, dar�ber zu sprechen. Meine Stimme vers�ndigt sich an
meinem Gef�hl. Ich habe nichts zu beichten. Ich liebte ein wundersames
Menschenwesen; ich liebte und wurde geliebt. Es war Verkettung von
Anfang der Welt her. H�ttest du mich in einen steinernen Sarg gemauert,
ich h�tte ihn zerbrochen und sie gefunden. Ich fand sie, und als ich sie
gefunden hatte, verlor ich sie. Ich konnte dich nicht vergessen, Agathe.
Wir beide konnten dich nicht vergessen. Was zwischen ihr und mir
vorgefallen ist, d�rfte ich meiner Tochter erz�hlen. Du warst so
gegenw�rtig, wie du es jetzt nicht einmal bist, so m�chtig, da� ich vor
dir zitterte und wenn wir beieinandersa�en, dachten wir an dich, und
unsere Liebe wurde zum Raub an dir. An einem solchen Tag ging sie, und
ich habe sie nicht wieder gesehen.�
Agathe senkte den Blick und antwortete lange nicht. �Ich wu�te es,�
sagte sie endlich wie zu sich selbst, �es ist so, es ist genau wie du es
schilderst. Aber was war vorher, Sylvester, ehe du zu ihr kamst? Vorher
hast du doch mich und dich, und dein Kind und auch sie, die Geahnte, an
alles Niedrigste der Welt verraten? Hab' ich unrecht?�
Sylvester zuckte zusammen. �Ja, es war so,� gestand er z�gernd, �ich
will es nicht leugnen. Aber wozu die dunklen Labyrinthe aufdecken, in
denen die Tiernatur ihre Feste feiert? Ich verteidige mich nicht,
Agathe. Wenn du mich anklagst, hast du mich schon gerichtet.�
�Ach, Sylvester, Mann, Mensch,� rief Agathe bewegt, �das wollte mich
alles nicht so kr�nken, wenn du nur offen gewesen w�rest, nicht so
schief, so verhehlt. Hatte ich mir nicht wenigstens deine Offenheit
verdient?�
�Es war nicht Unoffenheit, Agathe. Ich wollte dich nicht hinunterziehen
in die -- Labyrinthe. Und dann, du warst mir pl�tzlich so fremd geworden
als Weib und zu vertraut als Mensch. Ich war in Gefahr, dich auf andere
Weise zu verlieren, wenn ich nicht die Flucht ergriffen h�tte. Was man
auch Tiefsinniges �ber die Ehe sagen mag, zuletzt ist sie eine
Angelegenheit der Nerven. Das Beste was sie sein kann, ist eine
schicksalsvolle Freundschaft zwischen Menschen, die einander nicht
st�ren. Wer mehr von ihr erwartet, bel�gt sich und wird grausam
entt�uscht.�
�Die bunten Gl�ser, durch die ich einst unser Leben betrachtet habe,
sind mir schon lange aus der Hand geschlagen worden,� sagte Agathe
bitter.
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