Aus Kroatien by Arthur Achleitner


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Page 51

Der Profos meldete nun dienstlich und ernsthaft auf kroatisch: der
ganzen Kompagnie samt Offizieren sei sofort im Dorfe gutes Quartier zu
beschaffen und reichliche Verpflegung mit Wein zu geben. Wer sich
weigere, erhalte erstmals f�nfundzwanzig Stockstreiche. Die Bauern haben
alle Gewehre "unter der Linde" niederzulegen, dann schleunigst
heimzugehen und f�r Quartier zu sorgen; ansonsten f�nfzig Stockpr�gel
f�r jeden Agrikel. Wer sich weigert oder gar l�rmt, wird an der Linde
aufgeh�ngt! "Vorw�rts, marsch!"

Der Staresina verlor den Verstand, br�llte tobs�chtig, warf seine
Tabakspfeife zu Boden und zerstampfte sie. Br�llte aus Leibeskr�ften:
"Sind wir Hajduken? Uns ehrlichen Bauern eine solch sch�ndliche
Behandlung! Gehet fort, Soldaten, von hier, wo ihr nichts zu suchen
habet! Mit unseren Schindern werden wir schon alleine fertig! Fort mit
euch!"

Mehr als die herausgeschrienen Zornesworte des Dorf�ltesten wirkte auf
die Bauern die Tatsache, da� der Staresina sein kostbarstes Gut auf
Erden, die silberbeschlagene Tabakspfeife, mit den F��en trat. Dies war
bei ihm das Zeichen f�r die h�chste Entr�stung, f�r die gr��te Wut, das
Signal, da� nun "ausgeredet" sei und mit aller Sch�rfe "gehandelt und
eingegriffen" werden m�sse.

Ein erneutes Gespr�ch zwischen dem Kapetan und dem Profosen blieb
unbeachtet im Trubel an der Linde; doch horchten die Bauern auf, als der
Profos die Drohung rief, da� der Staresina als erster f�nfzig
Stockpr�gel sofort "aufgemessen" erhalte, wenn die Leute nicht
augenblicklich die Waffen niederlegen und still auseinandergehen w�rden.

Zur Verst�rkung der Drohung zog der Hauptmann hoch zu Ro� den S�bel.

Nun gab es kein Halten mehr. Die Wut der Bauern war entfesselt. Etliche
der Jungbauern sprangen los, der Kapetan wurde vom Pferd gerissen trotz
heftiger Abwehr mit S�belhieben, zu Boden geworfen und mi�handelt.

Kommandorufe der anderen Offiziere erschollen, Sch�sse blitzten auf.
Vier Bauern fielen tot nieder; andere wurden schwer angeschossen.

Br�llend und rasend vor Wut warfen sich alte und junge Bauern auf die
Soldaten, schlugen mit Beilen, Hacken und Sensen, Schaufeln und Kn�tteln
los. Die Flintentr�ger drehten die Gewehre um und droschen mit den
Kolben auf Infanteristenk�pfe.

Die Soldaten feuerten abermals. Etwa zehn Bauern st�rzten leblos zu
Boden. Zu einer weiteren Salve kam das erste Glied nicht mehr: die
rasenden Bauern schlugen die Reihe nieder; das zweite Glied mu�te mit
Kolbenhieben abwehren.

�ber den Kn�uel verk�mpfter, blutender und sterbender Bauern und
Soldaten hinweg feuerte das dritte Glied auf die anst�rmenden, rasenden
Krasicer abermals eine Salve, die breite L�cken ri� und zur Flucht
zwang.

Auf die springenden Bauern schossen die ausschw�rmenden Soldaten nun wie
auf Hasen im Kesseltreiben, rasch, "lustig" und erfolgreich. Etwa zwei
Dutzend Krasicer fielen bei dieser "Jagd".

An der Linde lagen etwa f�nfzehn Bauern, darunter mit zerschmettertem
Sch�del der Staresina Zaka und an zehn Infanteristen, teils tot, teils
sterbend.

Vom Geknatter der Sch�sse aufgeschreckt, rannten die Weiber aus den
H�usern und zur Linde. Heulend die einen, kreischend und fauchend die
anderen; etliche so w�tend, da� sie einzeln stehende Soldaten angriffen,
die M�he hatten, die rabiaten Weiber abzuwehren.

Hornsignale riefen die Kompagnie zum "Sammeln" Der Platz um die
Dorflinde wurde im langsamen Vorschreiten ges�ubert, das Weibervolk
gegen die H�user zur�ckgedr�ngt. Der Profos verk�ndete auf kroatisch,
da� erschossen werde, wer vom Zivil ein Haus betrete oder verlasse.
Einquartierung dazu. Jedes Haus wurde milit�risch besetzt. Das konnte
erzwungen werden. Der Weiber in den H�usern vermochten die Soldaten aber
nicht Herr zu werden. Die Zungen waren nicht zu b�ndigen, die Tr�nen der
Witwen nicht zu stillen.

Wortkampf und Fluchen in jeder H�tte.

Und als sich die Kunde wie Flugfeuer verbreitete, da� der
Vizestuhlrichter von Jaska zu Wagen angekommen sei, konnten die Soldaten
die w�tenden Weiber nicht in den H�usern halten. Reden und abrechnen
wollten die Weiber mit diesem Beh�rdenmanne, der ihrer Meinung nach
seine Pflicht gr�blich verletzte, weil er nicht zu Hause war.

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Books | Photos | Paul Mutton | Sat 21st Feb 2026, 15:55