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Page 47
Nach Jahren �u�erte er sich zum jungen Herrn von Tkalac, der ihn wegen
dieser "Wahlhandlung", die in Kroatien viel besprochen und belacht
worden war, befragte, mit dem Behagen einer angenehmen Erinnerung. "Es
kommt bei solchen Gelegenheiten nur auf Willenskraft und Kaltbl�tigkeit
des Obergespans an; wer diese nicht besitzt, wird bei der 'Restauration'
immer geschlagen werden. Das Geschrei von hundert Eseln ist nicht soviel
wert wie die einzige Stimme eines verst�ndigen und ehrlichen Menschen."
Ob nach Umflu� von drei Jahren jener Herr von Lentulaj nochmals _ohne
Ochsen und ohne Wein_ zum ersten Vizegespan gew�hlt wurde, ist nicht
festzustellen, da gegenw�rtig jede Verbindung mit dem Agramer
Komitatsarchiv unm�glich erscheint.
Die tausendj�hrige Linde.
Kr�ftiger und s��er denn je dufteten die Bl�ten der riesigen uralten,
vielleicht tausendj�hrigen Linde n�chst der Kirche von Krasic
(Kraschidsch), einem Winzerdorfe an der �stlichen Abdachung des
Uskokengebirges in Kroatien. Den Slaven war und ist die Linde ein
geheiligter Baum, das Wahrzeichen alter Rechte, f�r Freud und Leid, die
Beratungsstelle zum Austrag von wichtigen Gemeindeangelegenheiten, von
Streitigkeiten unter den Bauern wie mit der Grundherrschaft. Sommerliche
Festlichkeiten, Tanzvergn�gungen usw. wurden stets unter der Linde, pod
lipom, veranstaltet. Noch in den drei�iger Jahren des vorigen
Jahrhunderts wurde jede Dorflinde f�r unverletzlich gehalten, selbst ein
abgestandener Baum niemals gef�llt; Sagen und M�rchen, viel Aberglauben
umrankten die Linde, der man keinen Ast abbrechen durfte, weil jede
Besch�digung als Verbrechen �hnlich der Kirchensch�ndung erachtet wurde.
Der Stamm der Riesenlinde von Krasic hatte einen Umfang von mehr als
zwei Klaftern; der Baum stand in voller Herrlichkeit und bl�hte im Juli
1838 so wonnig, kr�ftig und s��, wie sich die Dorfbewohner und auch der
alte Pfarrer nicht erinnern konnten. Es galt in Krasic f�r sicher, da�
dieser au�ergew�hnlich starke Bl�tenduft der Dorflinde etwas bedeuten
m�sse; doch konnte niemand, auch der wei�haarige Zupnik (Pfarrer)
nicht, sagen, was die Ursache sei, und was der Duft ank�ndigen wolle,
der �ber die Gemarkung des Dorfes hinausdrang und, zeitweilig vom
Luftzug verweht, sogar in den Weinbergen der Novakovicgora noch
wahrzunehmen war.
Diese Linde �berragte alle D�cher, schirmte sozusagen das Kirchenschiff
und den Widum (Pfarrhaus) und glich gewisserma�en den Schwingen einer
Gluckhenne, unter denen die K�cken Schutz finden.
Stolz waren die Krasicer auf ihre Riesenlinde so hoch und breit. Wegen
des �berstarken Bl�tenduftes im Juli sch�ttelte aber der Zupnik wie der
Staresina den Kopf. Der �lteste (Dorfvorsteher) Zaka (Zacharias)
glaubte, da� der fast bet�ubende Duft ein gro�es Ungl�ck ank�ndigen
werde, war aber au�erstande, zu sagen, was als ein besonderes Ungl�ck
anzusehen w�re. In seligem Frieden mit der gr�flichen Grundherrschaft
lebten die D�rfler allerdings nicht; der Ha� galt nicht der gr�flichen
Familie, sondern den Gutsbeamten, die sich mit dem Neuntel von Getreide
und Heu, mit dem Zehntel von der Weinfechsung nicht begn�gten,
regelm��ig die H�lfte forderten, aber nicht immer erhielten.
Bisher hatten die Krasicer beim Domanialgericht Klage gef�hrt, immer
wieder Beschwerde eingelegt, aber nichts zu ihren Gunsten erreichen
k�nnen. Der Richter stand auf Seite der Gutsherrschaft; die Beamten
wollten nicht locker lassen und hatten daf�r ihre Sondergr�nde.
In der pfarrlichen Arbeitsstube, durch deren offen stehende Fenster der
Lindenbl�tenduft wonnig eindrang, sagte der Staresina, ein gro�er, noch
immer sch�ner Mann im Wei�bart, zum allgemein verehrten Priestergreise.
"Der Duft ist zu stark; er gef�llt mir nicht! Ich gehe nach Karlstadt
und will fragen, was er bedeutet!"
Der ehrw�rdige Pfarrer konnte und wollte den Dorfvorsteher vom Gang zur
Kreisstadt nicht abhalten, hatte jedoch den Wunsch, zu verh�ten, da�
sich der Staresina mit der komischen Frage nach der Ursache des
�berstarken Bl�tenduftes bei der Beamtenschaft in Karlstadt l�cherlich
mache und verh�hnt werde. In der Meinung, da� der Vorsteher in einem
Scherz das K�rnchen Ernst herausfinden werde, verwies der Pfarrer auf
den Spruch: "Ne prelazi na cetir noge mosta!"[15]. Damit wollte der
Zupnik andeuten, da� man _nicht �berst�rzt reiten_, das Pferd am Z�gel
f�hren solle, weil m�glicherweise die Br�cke morsch sei. Vor einem
�bereilten Schritt wollte der Pfarrer den Vorsteher abhalten oder doch
warnen.
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