|
Main
- books.jibble.org
My Books
- IRC Hacks
Misc. Articles
- Meaning of Jibble
- M4 Su Doku
- Computer Scrapbooking
- Setting up Java
- Bootable Java
- Cookies in Java
- Dynamic Graphs
- Social Shakespeare
External Links
- Paul Mutton
- Jibble Photo Gallery
- Jibble Forums
- Google Landmarks
- Jibble Shop
- Free Books
- Intershot Ltd
|
books.jibble.org
Previous Page
| Next Page
Page 46
Ein Stocktauber, ja ein--Toter h�tte den Donnerruf, den in fanatischer
Wut gebr�llten Namen: "Cegetek!" h�ren m�ssen.
Der Obergespan wollte ihn aber nicht h�ren. Herr von Zdencaj legte die
Hand als Schallbecher an das rechte Ohr, tat so, als horche er
angestrengt, und sch�ttelte in prachtvoll geheuchelter Gelassenheit den
Kopf.
Augenblicklich wurde es still im Saale.
Jetzt verk�ndete der Obergespan mit k�stlichem ruhigem Spott: "Ich h�re
nur den Namen--Lentulaj!"
Ein Stutzen erst, dann brach der Entr�stungssturm los, donnernd,
kreischend, vom Ba� hinaufreichend bis zu den Fistelt�nen hellster Wut.
"Nicht Lentulaj, sondern Cegetek!"
Bisher hatte Nikola von Zdencaj, in Wahrung seiner W�rde als
Komitatsgewaltiger, von seinem rotgepolsterten Fauteuil aus, _sitzend_
zur W�hlermasse gesprochen. Nun _stand er auf_ zum Zeichen, da� eine
_offizielle_ Mitteilung verk�ndet werde.
Die W�hler verstummten in gespanntester Erwartung und horchten.
Herr von Zdencaj in unersch�tterlicher Ruhe erkl�rte: "_Ich habe bisher
nur den Namen 'Lentulaj' vernommen_. Demgem�� _proklamiere_ ich amtlich
in meiner Eigenschaft als Obergespan und Leiter der Wahlhandlung Herrn
von _Lentulaj_ als gew�hlt durch Akklamation zum ersten Vizegespan!
_Herr von Lentulaj ist--gew�hlt_!" Sprachs und setzte sich.
Viel Hunderte Wutschreie gellten durch den Saal, ein Orkan
der Entr�stung entlud sich, wie wahnsinnig tobten die geprellten
Anh�nger Cegeteks und br�llten den Protest:
"Gewaltstreich!--Nichtsw�rdigkeit!--Gemeinheit!--Sind wir in der T�rkei?
Wir protestieren--zu Protokoll! Die Proklamation gilt nicht! Sie ist
ungiltig!"
Statuengleich sa� der Obergespan auf dem roten Fauteuil und wartete
ruhig, geduldig. Herr von Zdencaj kannte seine Leute und lie� sie toben,
br�llen, protestieren, austoben.
Das dauerte eine Weile--dann aber flaute der Sturm ab. Es wurde etwas
ruhiger im Saale.
Der Obergespan verneigte sich leicht gegen die W�hlerschaft, wandte sich
zum Obernotar am Pr�sidialtische und befahl mit lauter Stimme: "_Die
Proklamation Lentulajs ist zu protokollieren!_"
Im Saale erst allgemeine Verbl�ffung. Die Leute waren sprachlos vor
�berraschung; denn viele hatten es doch nicht f�r m�glich gehalten, da�
der Obergespan angesichts des deutlich genug zum Ausdruck gebrachten
Willens der erdr�ckenden Stimmenmehrheit genau das Gegenteil feststellen
werde. Seine Gelassenheit, die souver�ne Nichtbeachtung der Mehrheit
fl��te wie immer jenes H�chstma� von "Respekt" ein, das teils ein Lachen
hilfloser Verlegenheit bewirkt, teils zu Anzeichen ungef�hrlicher
Drohungen reizt. W�hrend ein Teil der �bertrumpften Anh�nger Cegeteks
lachte, ballten andere die F�uste in ohnm�chtiger Wut gegen den
schlaueren Obergespan, der klug genug war, jetzt erst recht gelassen zu
bleiben und alles unterlie�, was einen neuen Sturm h�tte erzeugen
k�nnen. Herr von Zdencaj erhob sich und forderte die W�hler auf, mit
Zuruf f�r die Stelle des zweiten Vizegespans entweder Herrn Cegetek oder
Herrn von Busic zu w�hlen.
Abermalige Verbl�ffung. Die Aufforderung mit Nennung des Namens
"Cegetek" an erster Stelle hatte die Wirkung eines kalten Wasserstrahles
auf die erhitzten K�pfe. Die Leute glaubten, da� der Obergespan _jetzt
ihren_ Willen erf�llen, _Cegetek_ zum zweiten Vizegespan _haben m�chte_.
Das aber wollten die W�hler justament nicht; sie w�nschten Rache zu
nehmen und Zdencajs "Plan" zu vereiteln.
Mit donnernden Zurufen wurde Herr--_Busic_ gew�hlt.
Der Obergespan beherrschte sich v�llig, nichts deutete an, da� mit
dieser Wahl ihm ein Wunsch erf�llt worden war, die W�hler abermals
"reingefallen" waren.
Nach erfolgter Protokollierung wurde das Wahlgesch�ft geschlossen; die
"Kom�die" war--aus. Langsam leerte sich der Saal. Und schier jeder
Cegetekianer guckte noch einmal nach dem Gewaltigen am Pr�sidialtische,
hoffend, ein L�cheln oder eine Geste des Triumphes ersp�hen zu k�nnen.
Doch Herr von Zdencaj wahrte die undurchdringliche Gelassenheit und
eiserne vornehme Ruhe, bis er sich in seinem Arbeitszimmer und ohne
Beobachter befand. Dann erst schmunzelte er vergn�gt.
Previous Page
| Next Page
|
|