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Page 43
Unweit des zweiten Dorfes auf dieser einsamen trutzigen Wanderung
endlich ein verd�chtiges Ger�usch. Ein Knacken von Holz, das etwas
�hnlichkeit mit dem Aufziehen von Gewehrh�hnen hatte. Also doch! Und
gleich mehrere R�uber und schu�bereit!
Nein! Richtige Raubgesellen machen vor dem Angriff nicht so bl�den L�rm;
auch ist es nicht �blich, da� echte Hajduken sich angesichts des
Menschen, der �berfallen werden soll, am Boden w�lzen....
Zwei Esel waren die Spektakelmacher, zwei arme Langohrige, die zur
Nachtruhe die Packs�ttel los werden wollten. Eine Grausamkeit h�herer
Art, den armen Lasttieren niemals die Traggestelle vom R�cken zu nehmen.
Damals war mir noch nicht bekannt, da� nicht Grausamkeit vorliegt,
sondern tiefgewurzelter, bei den S�dslaven unausrottbarer Aberglauben,
wonach die Stellen, wo sich Esel w�lzten, dem Menschen "f�rchterliches"
Ungl�ck bringen. Man l��t, beispielsweise auf der Insel Lissa, dem
Grauen den Packsattel st�ndig auf dem R�cken, damit der Esel sich nie
richtig w�lzen kann.... In der N�he des lissanischen St�dtchens Comisa
hielt mich mein Begleiter mit--Gewalt ab, den Fleck zu betreten, auf dem
ein Langohr W�lzversuche machte, um das l�stige Gestell vom R�cken zu
bringen.
Mit dem Raub�berfall war es also nichts. Demgem�� weitergewandert auf
der einsamen Landstra�e durch Nacht und Finsternis. Auf s�dkroatischem
Boden mit dem Eigensinn und Trotz des niederbayerischen Dicksch�dels!
Irgendein Mensch, Kroat oder Bosniak, wird mir doch begegnen in dieser
Finsternis. Und wissen, erleben wollte ich, ob der s�dslawische
Mitmensch den einsamen Bajuvaren anbetteln oder niederzuschlagen
versuchen werde.
Der Schn�rlregen hatte aufgeh�rt; k�hl wehte ein "s�dliches" Windchen,
glitschigfeucht war die Stra�e. Ein schlechtes Wandern.
Im Dicksch�del regte sich die--Vernunft mit dem Gedanken, da� das Hotel
in Plitvice erreicht werden m�sse, bevor der Pf�rtner sich zur Nachtruhe
begibt. Denn dem Wanderer fehlte der Hausschl�ssel, und Hotelportiers im
ersten Schlafe "orgeln" �berall sehr fest, h�ren in diesem Zustande
schlecht.
Jetzt umkehren? Ohne einem Kroaten auf einsamer nachtumfangener
Landstra�e begegnet und angegriffen worden zu sein? Nicht um das ganze
K�nigreich Kroatien! Auch dann nicht, wenn die k�hle regenfeuchte Nacht
"fern von Europa" im Freien obdachlos verbracht werden m��te!
Der Dicksch�del aus Niederbayern gibt nicht nach ohne Zwang! Und der
Zwang mu� �berw�ltigend stark sein; ansonsten erreicht er nur
gesteigerten Trotz.
Justament wurde weitergewandert.
Irgendwo vor mir erscholl Hundegebell. Also mu�te ein Dorf oder doch ein
Geh�ft an der Stra�e liegen, ein Mensch durchgewandert oder doch
vor�bergegangen sein. Vielleicht pilgerte der n�chtliche Wanderer mir
entgegen? Wenn ja, br�uchte ich nicht l�nger weiterzumarschieren, k�nnte
alsbald umkehren, in das Hotel zur�ckkehren; vorausgesetzt, da� der
Dicksch�del noch im Besitz seiner Spazierh�lzer und sonst heilgeblieben
sein wird.
Der Trotz schlie�t die Vorsicht nicht aus. Niederschlagen lassen
lediglich aus Interesse f�r kroatische Verh�ltnisse w�re--�bertriebene
Sympathie, Abwehr eines Angriffs hingegen Pflicht der Selbsterhaltung.
Demgem�� wurde der hemmende Wettermantel, wiewohl tropfna�, gerollt und
auf die linke Schulter genommen, das Jagdmesser in der Scheide
gelockert, griffbereit gemacht.
Zu sehen war der "Entgegenk�mmling" nicht, aber zu h�ren, denn fest der
Tritt auf der quietschendnassen Stra�e. Demnach kein Bosniak in Opanken,
sondern ein Kroat in soliden Stiefeln, oder ein Obersteirer in
grobgen�hten Goiserner Bergschuhen.
Der Luftzug wehte entgegen, brachte aber keine "Witterung" von dem
n�chtlichen Wanderer, der Kerl rauchte nicht. Ein Kroat, der nicht
raucht, ist deshalb zwar noch nicht "suspekt", aber immerhin eine
Ausnahme, wenn er Tobak besitzt. Ein leidenschaftlicher Raucher ohne
Rauchzeug kann unter Umst�nden gef�hrlich werden.
Vorsichtshalber wurde das Jagdmesser nun doch ganz aus der Lederscheide
genommen, die scharfgeschliffene Klinge in der Hand bereitgehalten. Hieb
oder Stich je nach Bedarf augenblicklich m�glich. In Notwehr
selbstverst�ndlich.
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