Aus Kroatien by Arthur Achleitner


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Page 39

Zun�chst "verbi�" sich der Onomatologe in den Namen "Gairach", der sehr
deutsch aussieht, in dieser slovenischen Gegend aber kaum rein deutsch
sein kann. Zum mindesten ist das deutsche "Hai" (Gehege, befestigter
Platz, Umfriedung zu Verteidigungszwecken) vergr�bert in "Gai". Da das
Gairacher Kloster auffallenderweise quer zum Str��lein steht, als
Talsperre gebaut ist, kann �ber den ehemaligen Verteidigungszweck kein
Zweifel begehen. Im Slavischen hat "gaj" die gleiche Bedeutung wie das
deutsche "Hai". Und Ach, Ache ist der Wildbach, dem der Tiroler ein "r"
einf�gt, wenn im Bach oder Flu� Felsbl�cke liegen. Deshalb hei�t der Inn
bei Landeck "Arch'n"....

Der Grabstein der slavischen Agnes Bernauer besagt soviel wie das
urkundliche Material, n�mlich nichts. Die ungl�ckliche Veronika von
Jeschenitz, Gr�fin von Cilli, hat einen Hofdamen-Roman erlebt und das
winzige Ma� von kurzem Gl�ck im Jahre 1436 mit �blich tragischem Ende
geb��t. Tugendhaft hatte Veronika dem in sie rasend "verschossenen"
Grafen Friedrich II. von Cilli erkl�rt, da� der Weg zu ihrem Herzen nur
�ber den--Altar f�hre. Im �brigen pochte Veronika auf ihre
Hofdamengrunds�tze. Der junge Graf Friedrich II. war bereits und
ausgiebig verheiratet, hitziger Natur und rasend verliebt in Veronika.
Die Zeit aber war rauh. Graf Friedrich II. "erstach" als hitziger
"Gem�tsmensch" seine sanft und ahnungslos schlummernde Gemahlin und
"heiratete" dann mit der im f�nfzehnten Jahrhundert �blich gewesenen
Eile die Hofdame seiner "verblichenen" Gemahlin. Nun erst wurde die
Angelegenheit "brenzlich"; denn der Altgraf Hermann von Cilli trat auf
den Plan, und Seine Gr�fliche Gnaden waren noch hitzk�pfiger als der
Sohn. Der Papa ver�belte nicht die "kurzh�ndige" Beseitigung der
Gemahlin Nr. 1, sondern die Heirat der Hofdame aus "nichtebenb�rtigem"
kleinem Landadel. Die "Mesalliance" pa�te dem Alten nicht. Die
Nichtber�cksichtigung der Standesinteressen mu�te "gerochen" werden, und
zwar mit der gleichen Eile, mit der Friedrich seine erste Gemahlin aus
dem Leben ins Jenseits bef�rdert hatte. Der abkunftstolze Altgraf sandte
zwei gutgen�hrte kr�ftige Ritter in die Burg Osterwitz bei Franz
(Umgebung von Cilli), wo Veronika "residierte", und lie� Friedrichs
Gemahlin Nr. 2 einfach und kurzerhand in einem mit Wasser reichlich
gef�llten--Waschbottich ertr�nken. Gleichzeitig wurde der Sohn Friedrich
zur--Abk�hlung in das Verlie� der Burg Cilli gesteckt.

Das ist der "etwas" tragische Roman der Hofdame Veronika von Jeschenitz,
der slavischen Agnes Bernauer und steierischen Inez de Castro. Mehr war
nicht zu erfahren und die Stimmung damals diesem "Stoff" nicht g�nstig.
Weit mehr als die arme Veronika fesselte die Behauptung im
Freundeskreise zu R�merbad, da� der deutsche Reichskanzler _von Caprivi_
von--Slovenen abstamme, und da� seine Ahnen an der Sann se�haft waren,
n�mlich auf dem Edelsitz Scheuern bei Steinbr�ck am Zusammenflu� der
Sann und Save. Ahnherr war Ritter Andreas _Kopriva_ (zu deutsch:
Brennessel), der 1680 starb ohne die geringste Ahnung, da� etwas mehr
als zweihundert Jahre sp�ter ein preu�ischer General von _Caprivi_
deutscher Reichskanzler, noch dazu als Bismarcks Nachfolger "Politik
machen" werde. Nicht ein Wort von dieser "Behauptung" habe ich damals
geglaubt. Unvorsichtig gab ich dem Zweifel auch noch schriftlich
Ausdruck, machte "Witze" �ber die Abstammung Caprivis von dem
slovenischen Geschlecht der Kopriva. Sehr bald ging ein Platzregen von
brieflichen Nachweisen, Urkundenabschriften usw. auf den spottlustigen
Zweifler nieder. Heute wei� ich auf Grund gewissenhafter Forschungen,
da� Caprivi wirklich ein umgemodelter Kopriva gewesen ist.

Auf Dauer und noch dazu im wonnigen Gel�nde von R�merbad konnte aber
auch der "gehorsame Soldat" Caprivi, den Wilhelm II. zum
Reichskanzlerdienst einfach "befohlen" hatte, nicht fesseln. Das Herz
flog dem Freunde R.U. entgegen, der den Vorschlag gemacht hatte, sein
neugekauftes Automobil zu einer Fahrt nach "Halbasien", hinunter zu den
Wasserwundern von Plitvice im s�dlichsten Zipfel von Kroatien zu
erproben.

Praktisches Geographiestudium! Reisen bildet!

"Automobilfahren ist sch�ner noch als Jagd und Liebe!"

Dieser Ausspruch k�hlte meine Begeisterung ab. Doch der S�den, der mir
unbekannte S�den Kroatiens, die Schilderungen von der m�rchenhaften
Sch�nheit der Korana und von Plitvice gaben den Ausschlag!

Also los!

Drei Stunden flinker Fahrt, und wir beguckten die fast unleserliche
Aufschrift auf Eisentafeln, die auf dicken, rotwei�blau angestrichenen
Holzpf�hlen thronten: "Hrvatska i Slavonia". (Kroatien und Slavonien).
Damals ein K�nigreich, das zu Ungarn geh�rte, deshalb das ungarische
Staatswappen auch am Schilde jeder Tabaktrafik. Das Wort Goethes vom
Deutschen, der keinen Franzmann leiden kann, doch seine Weine gerne
trinkt, h�tte man damals mit gewissen Ver�nderungen auf Kroatien
anwenden k�nnen. Viel Zuneigung f�r ungarische Freiheit in Gesetzgebung
und Verwaltung, "Autonomie der Munizipien" (Selbst�ndigkeit der
Gemeinden) usw., Komitatsselbstherrlichkeit, _das_ pa�te den Hrvaten;
da� die kroatische Sprache f�r Ortsnamen, Schule und Verkehr auf
Landstra�en und bei Beh�rden im Lande "zugestanden" war, bildete ein
�rgernis wegen der Form der "Konzession"; denn die Bestrebungen, die
auf Magyarisierung hinausliefen, kannte man in Kroatien so gut wie in
Budapest; man wu�te auch, da� Kaiser Franz Joseph den Kroaten ihre
Sprache in Land, Amt und Schule erhalten wollte, jeder Magyarisierung
widerstrebte. Als aber die ungarische Regierung verf�gte, da� die
Verkehrssprache auf den Eisenbahnen (M.A.V. = magyar allam vasutak,
ungarische Eisenbahnen; alter deutscher Eisenbahnerwitz in der
�bersetzung: M.A.V. = "miserabelste aller Verwaltungen") "_magyarisch_"
auch in Kroatien und Slavonien sein _m�sse_, war es aus mit der
"Zuneigung" der S�dslaven f�r--ungarische Freiheit usw. Damals "liebten"
die Kroaten die gewaltt�tigen Magyaren "t�dlich"....

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Books | Photos | Paul Mutton | Fri 20th Feb 2026, 16:12