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Page 38
Janko stutzte, ri� die Augen auf, lie� den Teller stehen und kehrte
sichtlich ma�los �berrascht zum Gebieter an der Tafel zur�ck, der in
franz�sischer Sprache den "talketen" Diener r�ffelte und sofortigen
_Tellerwechsel_ befahl.
Janko im Burgunderdusel und in Angst vor Strafe verga� im Nu alle
eingepaukten Parisismen und stotterte in der Muttersprache. "Prozim,
njihovo gospodstvo! Gospodar rekni, da si ga sam _oblize_!"[14]
Die G�ste kroatischer Nation, denen Zdencaj's Nach�ffung franz�sischer
Gebr�uche wenig gefallen haben mochte, br�llten vor Vergn�gen �ber die
k�stliche Verwechslung von "oblig�" (verpflichtet) mit "oblize"
(ablecken) und hatten helle Freude daran, da� der Hausherr durch den
angetrunkenen Diener gr�ndlich blamiert worden war. Das schallende
Gel�chter veranla�te die franz�sischen G�ste, nach dem Anla� zu fragen;
die mit boshafter Bereitwilligkeit gegebene Auskunft versetzte dann auch
die Franzosen in unb�ndige Heiterkeit. Sogar Herr von Zdencaj lachte
mit, freilich etwas gezwungen und s�uerlich.
Nach Beendigung des Mahles wurde aber "Gericht gehalten" und den Dienern
verk�ndet, da� jeder erbarmungslos entlassen werde, der nicht bis
Jahresschlu� der franz�sischen Sprache im Hausgebrauch vollkommen
m�chtig sei. In dieser Sache "siegte" Herr von Zdencaj. Aber seine
Blamage hat sich in der Erinnerung l�nger als ein Jahrhundert erhalten;
denn auch in der Gegenwart wird �ber die k�stliche Episode gesprochen
und gelacht. Ob dies auch in der Zukunft der Fall sein wird, d�rfte von
der T�tigkeit der franz�sischen--Kontrollkommission in Kroatien
abh�ngen....
Fu�noten:
[14] Bitte, Euer Herrlichkeit! Der Herr sagt, da� er ihn (den Teller)
selbst--_ablecken_ werde! Lizem = ich lecke, oblizem = ich lecke ab.
Von der Sann zur Korana
Vor etwa zehn fahren folgte meine Wenigkeit einer Einladung lieber
Freunde, in R�merbad, dem "s�dsteierischen Gastein", Aufenthalt zu
nehmen. Die drollige Einladung sprach von einer "slavischen Agnes
Bernauer", die in der N�he ihre Grabst�tte habe, erw�hnte auch, da� der
"verflossene" Reichskanzler Caprivi "an der Sann beheimatet" sei, und
lockte mit der Versicherung, da� ein nigelnagelneues Automobil zur
Verf�gung st�nde, mit dem nach Belieben in das "halbasiatische" Land
gefahren werden k�nne.
Zwei Tage sp�ter war ich in--_R�merbad_, dem alten Toplice (slavisch
toplice = warm) im lieblichen S�den der gr�nen Steiermark. In diesen
hei�en Quellen, wie auch in Varazdin-T�plitz, fanden die r�mischen
Statthalter der Provinz Pannonien Heilung von Gicht und Zipperlein. Die
Dankbarkeit lie�en sie in Stein einmei�eln. Dies tat auch der
Provinzchef Matius Finitus mit dem Eintrag in das "steinerne
Fremdenbuch": "Nymphis aug. Matius Finitus. V.S.L.M." (= votum solvit
lubens merito). Zu deutsch: Den erhabenen Quellen (Nymphen) Matius
Finitus sein Gel�bde einl�send. Drei Votivtafeln solcher Art wurden in
alter Zeit bei den Hei�wellen gefunden; die Thermen gerieten dann in
Vergessenheit, flossen ungen�tzt durch wunderlieblichen Waldeszauber
zur munteren Sann, bis die M�nche des nahen Karth�user Klosters in
Gairach sich klug und weise den wertvollen Besitz sicherten, einen
Badedirektor aufstellen unter der bezeichnenden Bedingung, "im Bade
lauter z�chtiges Gesinde und ehrbare Weibsleute zu halten". Der Zeit
nach waren die Gairacher M�nche zu Toplitze-R�merbad der Badeverwaltung
des salzburgischen Gastein um rund achthundert Jahre versp�tet daran,
klimatisch aber bedeutend im Vorteil durch die s�dliche Lage,
gleichm��ige Temperatur und das �ppige Wachstum und durch den Mangel an
jeglichem, an der Sann ganz unbekanntem salzburgischem Schn�rlregen, der
zum Entsetzen der Gasteiner Kurg�ste so gern in Schnee �bergeht. Vor
Jahrhunderten schon wurde auf die gleiche Heilkraft und Temperatur der
Hei�wellen von R�merbad und Gastein verwiesen, und auf diese Tatsache
fu�end (Gastein 25,8-49,6 Grad Celsius, R�merbad 36,2-37,5 Grad
Celsius), R�merbad das "steierische Gastein" genannt zum Arger der
Gasteiner.
"Gichtiker" war meine Wenigkeit damals noch nicht; demgem�� lie�en die
Hei�wellen von R�merbad mich "kalt"; das Interesse galt der "slavischen
Agnes Bernauer", der steierischen "Inez de Castro", der ungl�cklichen
Veronika von Jeschnenitz (jesen = Herbst, jes�n = Esche), Gr�fin von
Cilli, die in der gotischen Klosterkirche zu Gairach bei R�merbad
begraben liegt.
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