|
Main
- books.jibble.org
My Books
- IRC Hacks
Misc. Articles
- Meaning of Jibble
- M4 Su Doku
- Computer Scrapbooking
- Setting up Java
- Bootable Java
- Cookies in Java
- Dynamic Graphs
- Social Shakespeare
External Links
- Paul Mutton
- Jibble Photo Gallery
- Jibble Forums
- Google Landmarks
- Jibble Shop
- Free Books
- Intershot Ltd
|
books.jibble.org
Previous Page
| Next Page
Page 35
Erst der _neue Staatsbankrott_ von 1817 mit der _f�rchterlichen
Hungersnot_ konnte die _Menschen ern�chtern_ und dem _gedankenlosen
"lustigen" Leben ein trauriges Ende bereiten._ F�r die meisten war es
schon zu sp�t. Die wenigen, die sich aus dem allgemeinen Schiffbruch
retteten, waren zur gr��ten Einschr�nkung ihrer Bed�rfnisse gen�tigt....
Fu�noten:
[13] Aus jener Zeit stammt die �sterreichische Bezeichnung
"Zwetschgenbaron" f�r verarmte kroatische Edelleute. D.V.
Sprachliches Durcheinander.
W�hrend einer l�ngeren Jachtfahrt zum Besuche der dalmatinischen Inseln
hatte meine Wenigkeit die Wahrnehmung gemacht, da� das Italienische
kroatisiert, das Kroatische italianisiert wurde und wird. Dies sowohl an
Bord wie in den K�stenst�dten. Es hie� also sehr aufpassen f�r den, der
die kroatische Sprache aus der Grammatik, ohne Lehrer hatte erlernen
m�ssen. Mit Kenntnis der italienischen Sprache, etwas vertraut mit dem
in allen Adriast�dten gesprochenen Venezianer Dialekt lie� sich zur Not
durchkommen, wenn die Leute langsam sprachen. Dies tun aber die M�dchen
und Frauen des Litorale grunds�tzlich nicht; nirgends in der Welt wird
so rasend schnell gesprochen, auch bei nichts weniger denn aufregenden
Anl�ssen, als in den K�stenorten Dalmatiens. Mein bissel Kroatisch
konnte in Dalmatien keine "Siege" feiern; erweitert und verbessert wurde
es unter italienischem Einflu� nicht. Wesentlich besser ging es droben
in Montenegro, wo die serbokroatische Sprache vom Kaufmannsitalienisch
nicht "infiziert" worden ist.
Der Rat eines Schiffskapit�ns, geb�rtigen Bocchesen, lautete dahin.
"Reisen Sie nach Kroatien, um die Sprache rein und unverf�lscht zu h�ren
und auszutilgen, was Sie vom dalmatinischen Kroatisch Unsch�nes zur
Grammatik dazugelernt haben!"
Ich h�tte kein die Gr�ndlichkeit liebender Deutscher sein m�ssen, wenn
nicht um Bekanntgabe "unsch�ner" Ausdr�cke gebeten worden w�re. Von
einem Taubstummen erf�hrt man tiefste Geheimnisse viel leichter und
eher, als man von einem kroatisch-italienischen Kapit�n Belehrung �ber
Sprachh��lichkeiten erh�lt. Doch wie man mit gut gebratenem Speck M�use
f�ngt, so kann man mit �sterreichischen Zigaretten (die es 1912
noch in entz�ckender Beschaffenheit gab) den verschlossensten
Bocchesen--gespr�chig machen. Wobei der Wein nachhelfen kann, so das
"Versuchskaninchen" Zeit und eine Weinzunge hat. Es wurde also ein
sprachliches Privatissimum an Land in einer guten Weinstube vereinbart,
und zwar der Sicherheit halber in drei Sprachen: Italienisch, Kroatisch
und Deutsch. Der Bocchese begn�gte sich mit dem W�rtchen: "Jest!" (Ja!)
Worauf meine Wenigkeit herausquetschte: "Liepa hvala! Naj liepse!"
(Sch�nen Dank! Sehr sch�n!)
Der Blick des Bocchesen funkelte auffallend sp�ttisch, musterte mich
angejahrten Knaben so seltsam ironisch, da� gefragt werden mu�te, was
denn in Teufels Namen schon wieder "unsch�n" in den gebrauchten Worten
sei. Aus der Zigarettendose nahm der Bocchese eine Papyros, z�ndete sie
an, und sprach: "Liepa hvala! Unsch�n ist das Wort: 'naj'! Und
verf�nglich die W�rter: 'na liepse'!"
So gewandt im Sprachgebrauch war ich nicht, um den Unterschied zwischen
dem von mir gebrauchten W�rtchen "naj" und dem vom Kapit�n anz�glich
gesprochenen "na" sofort herauszuh�ren und zu erfassen. Erst viel sp�ter
kam ich dem trockenen Witz des Bocchesen auf die Spur. Ich hatte mit dem
"naj" die Superlativbezeichnung gebraucht und gesagt: "sehr sch�n!" Der
Witz im Wortspiel bestand darin, da� der Bocchese sagte: "na liepse!"
(Zu den Sch�nen [M�dchen]).
Etwa ein St�ndchen darauf fuhren wir im Hafen einer K�stenstadt ein, wo
das Privatissimum bei Wein und Rauchopfer stattfinden sollte. Winkt
einem Kapit�n dienstfreie Zeit, dann hat es mit der Ausbootung Eile.
Sonst im Dienst sind just die s�dl�ndischen Bocchesen wie von Erz und
Granit. Ein Blick des Kapit�ns, und schon rief er mir zu: "Brzo, brzo,
naj brze!" (Schnell, schnell, schnellstens!)
Ja, Bauer, es ist eine andere "Wurst", wenn ein Bocchese das W�rtchen
"naj" zur Superlativbezeichnung ben�tzt oder ein Deutscher mit dem
ehrlichen Bestreben, eine Sprache ordentlich zu erlernen.
Selbstverst�ndlich wurde bei gutem R�tel von der Insel Lissa und
k�stlichem Dalmatinertobak dem Bocchesen diese "Wurst" unter die Nase
gerieben. Doch der Erfolg war kl�glich gering. Alles, was dem Kapit�n
herausgelockt werden konnte, waren zwei Worte: "jako interessante". Vom
Wein wurde nur genippt; aber das Drehen von Zigaretten aus dem
goldgelben wundervollen Tobak und das Rauchen ging gro�artig
flink, najbrze. Als dann im Gespr�ch auch meine Wenigkeit das
Verst�rkungsw�rtchen "jako" (=stark, sehr) gebrauchte, erfolgte die
Belehrung, da� "dies" "unsch�n" sei, die kroatische Sprache "beleidigt"
werde usw.
Previous Page
| Next Page
|
|