Aus Kroatien by Arthur Achleitner


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Page 31

Im �brigen ahmte er das Beispiel der alten Amtskollegen nach, gab die
gleiche Schilderung von den Verh�ltnissen auf der Gorievica und lie�
sich von Ungl�ubigen ins Gesicht lachen. Solange G�nter--Jahre
hindurch--auf kroatischem Boden weilte, wich er jeder Er�rterung des
Themas. "Gr��ter Gauner und doch ein anst�ndiger Mensch" aus. G�nter
wollte �ber den Kr�mer von Jesenas keine Witzeleien h�ren; der Mann
hatte w�hrend eines zweiten Aufenthaltes (Sch�tzungsnachpr�fung) seine
Achtung erzwungen, indem der Hebr�er--es fehlte an Fleisch--vom kleinen
Mehlvorrat das--letzte Pfund Mehl willig hergab, um den hilf- und
nahrungslosen Beamten zu versorgen, solange es eben m�glich war....


Fu�noten:

[9] Im Kroatischen hat das Wort "Bospor" die Bedeutung "�briggebliebener
Buran"; im Slowenischen hei�t das gleiche Wort soviel wie Knoblauchr�be.
Mit solchen R�bchen ged�mpft, mit Essig ges�uert und ged�nstet, gilt in
Kroatien auch heute noch der "�briggebliebene Buran" als Morgenspeise,
die nach feuchtfr�hlicher schwerer Nachtsitzung den "Kater" und alles
"Haarweh" totsicher vertreibt. Von der R�bensorte ging der Name auf den
Buran �ber. D.V.

[10] Jesam = ich bin, vunbacitelj = Hinauswerfer!--Haupts�chlich im
Zagorje (Westprovinz von Kroatien) besteht der Brauch, da� drei Personen
als Stolaren fungieren, besonders bei Gastm�hlern zur Brautschau: der
Tischdirektor, sein Vertreter und der--Hinauswerfer.... Zur Ehrung eines
Gastes m�ssen die drei Stolaren anwesend sein, doch wird der vunbacitelj
in seiner "amtlichen" Eigenschaft nicht--vorgestellt. D.V.

[11] Likova in der Bedeutung: vorl�ufige Abrechnung, Anzahlung; das
slavische Wort bedeutet auch: Ausgleichung, offizielle Bilanz �ber
gegenseitige Dienstleistung auf Grund eines Vertrages. Der t�chtigste
Slavist der Gegenwart, Oberstleutnant _Zunkovic_, verweist auf das
deutsche Wort "_Leihkauf_", das ein mi�verstandener Begriff und aus dem
slavischen Worte entstanden ist. Tats�chlich hat "Leihkauf", "etwas zum
Leihen kaufen", keinen Sinn.

[12] �sterreichische W�hrung bis 1885. In diesem Jahre wurde die neue
Kronenw�hrung (zwei Kronen gleich dem alten Gulden) eingef�hrt und in
ganz �sterreich und Ungarn l�ngere Zeit hindurch--nicht beachtet....




Feuerstein und Schwefelfaden


In folge des Sch�nbrunner Friedens vom 14. Oktober 1809 war der
westliche Teil von Kroatien ("Illyrisch-Kroatien") franz�sisch geworden.
Vier Jahre hindurch mu�ten die an ganz andere Verh�ltnisse gew�hnten
"okkupierten" Kroaten die franz�sische Herrschaft und Verwaltungskunst
ertragen; sie durften wohl seufzen, die Faust aber nur im Sack machen.
Es gab jedoch auch Lichtseiten, indem in manche Dinge von den Franzosen
Ordnung gebracht wurde, die Besatzungstruppen sich im gro�en und ganzen
anst�ndig benahmen. F�r die Heiterkeit der Kroaten sorgte die
franz�sische--Duellwut, die den Kroaten etwas ganz Neues und Urkomisches
war und Orgien feiern konnte, da der kroatische Wein gut, spottbillig
und zur Aufstachelung der Zweikampfslust nachts�ber sehr geeignet war.
Weniger komisch wurde die vom Marschall Marmont auferlegte und sehr
tatkr�ftig eingehobene Zwangsanleihe befunden. Solchen Aderla�
bekam der kroatische Adel empfindlich zu sp�ren, weshalb just in
Gutsbesitzerkreisen die fr�her �blich gewesene Lieb�ugelei in das
Gegenteil umschlug, als man die verhimmelten Franzosen als Herren im
Lande hatte.

Neu war den Kroaten auch der Zwang, vor der kirchlichen Trauung die
staatliche Zivilehe auf dem franz�sischen Standesamte zu schlie�en. Den
farbenfreudigen S�dslaven gefiel die Trikolore Frankreichs als
Amtssch�rpe der B�rgermeister, da selbe die Farben Kroatiens, freilich
in anderer Zusammenstellung, aufwies. Der Klerus, der franz�sischen
Herrschaft durchaus abgeneigt, unterlie� wohl aus Gr�nden der Klugheit
den Widerstand gegen die aufgen�tigte Zivilehe. Es war �berhaupt nichts
zu wollen, gegen die Zwingwirtschaft nicht aufzukommen; bis auf ganz
kleine Kreise, die mehr oder weniger notgedrungen den Verkehr mit
Milit�r und Beamtenschaft unterhielten, blieben Adel und Geistlichkeit
abseits, f�gten sich knirschend ins Unvermeidliche, erfuhren von
Reibungen nicht viel, da es dazumal keine Zeitungen im Lande gab, der
Postverkehr sehr d�rftig eingerichtet war, das Briefschreiben nicht zu
den Gepflogenheiten des kroatischen Adels geh�rte.

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Books | Photos | Paul Mutton | Fri 20th Feb 2026, 0:39