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Page 30
"Na, sch�n! Und die Waldh�ter und die F�rster?"
"Sie m�ssen aus gleichen Gr�nden schweigen und zum schlauen Kr�mer
halten, der f�r alle und f�r alles sorgt. Er ist ein '_anst�ndiger
Gauner_', denn er nimmt von uns sehr wenig Geld. Er ist
unser--_Wohlt�ter_! Er ist auch der Wohlt�ter der Gendarmen, �berhaupt
der gesamten Bev�lkerung auf der ganzen Gorievica. Das '_Gl�ck_' im
Waldmeer ist er, denn er sorgt f�r alle und f�r alles!"
"Was sagen denn die Beh�rden zu diesem--Skandal?"
"Euer Hochwohlgeboren wollen gn�digst bedenken: das Fiskalat hat keine
Ursache, sich dreinzumischen, denn der Kr�mer von Jesenas bezahlt f�r
die Bev�lkerung der Gorievica gewissenhaft die--_Steuern_!"
"Die Gespanschaft..."
"... bekommt Gendarmenberichte, die zu den Akten genommen werden. Da in
den wenigen Waldd�rfern Gendarmen nicht stationiert sind, nicht
untergebracht werden k�nnen, haben Inspektoren in den Waldd�rfern nichts
zu tun."
"Aber die Popen?"
"Sind sehr dankbar, wenn sie f�r wenig Geld viel frisches Fleisch
bekommen, au�erhalb der langen Fastenzeit der Griechen! Es ist sch�n und
ehrenwert, da� die Griechen die Abstinenz genau einhalten, vierzig Tage
hungern, nur am Abend etwas von den getrockneten Fischen essen, die der
Kr�mer b�ndelweise aus Ungarn bezieht und auf--Pump verabreicht!
Abrechnung erfolgt sp�ter: Fleisch f�r Fische!"
"Zum Kuckuck! Es gibt doch Gerichte auch in Kroatien!"
Kuster verbeugte sich und sprach dem�tig. "Gn�diger Herr! Wo
kein Kl�ger, ist auch kein Richter! Vor Jahren weilte ein
Untersuchungsrichter auf Grund einer Gendarmerieanzeige in Jesenas: die
Kommission zog schon am zweiten Tage erfolglos und arg hungrig ab; der
Kr�mer hatte _nichts E�bares_ im Hause. Sogar der Richter hatte
_vergeblich_ in Keller und Speicher gesucht!"
Darauf verstummte Kommiss�r G�nther. Seine Neugierde richtete sich auf
die--Rechnung.
Der "Herrgott" von Jesenas weigerte sich, einen geschriebenen Beleg zu
geben. Untert�nig erkl�rte er, da� der gn�dige Herr Forstkommiss�r
achtmal f�r Wohnung samt Bedienung und Licht, f�r Fr�hst�ck (Kaffee mit
Milch, Brot, Honig und Eiern) sowie f�r das Abendessen (Fleisch mit
Kartoffeln) zusammen t�glich--_drei�ig Kreuzer_[12] zu zahlen habe. F�r
_Wein_ t�glich _zw�lf_ Kreuzer "extra"....
Kommiss�r G�nter traute seinen Ohren nicht und ri� vor Staunen weit die
Augen auf.
Erschreckt, das Staunen irrig deutend, bat der Kr�mer unter Verbeugungen
um Verzeihung, verw�nschte seine Ged�chtnisschw�che, die ihm einen �blen
Streich gespielt, und feierlich erkl�rte er, da� der Tagespreis ohne
Wein--_zwanzig_ Kreuzer betrage!!! Am Wein hingegen k�nne er beim besten
Willen nichts nachlassen, da nur der Selbstkostenpreis berechnet worden
sei.
Mit M�he setzte G�nter dem achtenswerten Kr�mer auseinander, da� der
Preis von t�glich drei�ig Kreuzern wahrhaftig nicht als zu hoch erachtet
w�rde. Der Kommiss�r wollte diesen Betrag bezahlen, aber der Hauswirt
verweigerte die Annahme des Betrages �ber den Pensionspreis von zwanzig
Kreuzern hinaus. Ebenso lehnten die Dienstboten die Annahme irgendeiner
Belohnung ab.
Die F�rster hatten f�nfzehn Kreuzer t�glich zu zahlen, die Waldh�ter
nichts....
Auf dem R�ckmarsch hatte Forstkommiss�r G�nter ein sonderbares Summen im
Ohr; immer klangen ged�mpft die Worte. "Gr��ter Gauner, anst�ndiger
Mensch!" �ber den Widerspruch �rgerte sich G�nter sch�ndlich. Und einen
Seelenkampf kostete es, schl�ssig zu werden �ber die Frage, ob, wie alle
anderen Menschen, die in Jesenas zu tun hatten und haben werden, auch
Forstkommiss�r G�nter die Tatsachen hinnehmen und sich nicht weiter den
Kopfzerbrechen solle....
Der Seelenkampf war entschieden, als G�nter seinen Dienstwohnsitz
erreichte. Entschieden mit dem Satze. "Ich bin Forstmann in Kroatien und
nicht--Kaminfeger! Denn nur der 'Schwarze' kratzt, was ihn nicht bei�t!"
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