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Page 28
"Bei wem?"
"Beim 'j�dischen Herrgott'!"
Kleinlaut sprach Kommiss�r G�nter. "Gehen wir!" Nie im Leben hatte er
sich bisher so wehrlos und in den H�nden fremder Leute gef�hlt als
jetzt. Und bruchst�ckweise kamen die von den alten Forstbeamten
erteilten Ratschl�ge und Wahrnehmungen in fatale Erinnerung, so da�
G�nter auf dem n�chtlichen Marsche wegen Verpflegung usw. auch noch
kleinm�tig wurde. Schon aus Gr�nden der Autorit�t wollte er nicht weiter
fragen. �rgerlich genug war es, da� die Fragen so locker auf der
vertrockneten Zunge sa�en und gewaltsam hinuntergew�rgt werden mu�ten.
Endlich, eine Stunde vor Mitternacht, wurde das verwahrloste Walddorf
Jesenas erreicht. Die Totenruhe unterbrochen von Hundegebell.
Die Waldh�ter klopften den "j�dischen Herrgott" mit einer
Selbstverst�ndlichkeit aus dem Schlafe, die den Kommiss�r aufs h�chste
verbl�ffte. Und einer der F�rster machte dem erschreckten Dorfkr�mer in
kaum verst�ndlichem Deutsch klar, da� sofort f�r acht Personen
Pfannenschnitzel mit Erd�pfel, gro�e Portionen, zubereitet,
Nachtquartier beschafft, f�r den gn�digen Herrn Forstkommiss�r ein
eigenes Zimmer mit frisch�berzogenem Bett und ohne Wanzen hergerichtet
werden m�ssen. Augenblicklich aber Wein, K�se und Brot. "Brzo, brzo,
napried!" (Schnell, schnell, vorw�rts!)
Erst in kroatisch-serbischer, dann in deutscher Sprache sicherte der
�ltliche Dorfkr�mer sofortige Erf�llung der Befehle mit h�flicher
Dienstwilligkeit zu. Weckte Hilfskr�fte, machte Licht in der Zechstube
hinter dem Kaufladen, �ffnete die Haust�re und hie� den gn�digen Herrn
Forstkommiss�r mit untert�niger Ansprache willkommen im freilich
unvorbereiteten Hause, weshalb um Nachsicht gebeten wurde. Alles
gesprochen nun mit der Ruhe der Selbstverst�ndlichkeit, gepaart mit
Hochsch�tzung des Gastes.
Kaum waren in der Zechstube die G�ste mit Wein und Brot nebst K�se
versorgt, verschwand der "Herrgott".
Verh�ltnism��ig sauber gehalten die "Stube", der Wein nicht schwer, doch
�berraschend gut. Kommiss�r G�nter staunte �ber den Empfang, besonders
�ber die Gelassenheit des Kr�mers und Wirtes.
Oberwaldh�ter Kuster hatte allen �rger verwunden und gab nun Auskunft,
da� der "Jude von Jesenas" an Einquartierung von Forstleuten gew�hnt,
sein Haus auf Meilen in der Runde die einzig m�gliche Unterkunft sei.
"Der _gr��te Gauner_ von Kroatien, aber ein _anst�ndiger Mensch_!" Die
F�rster sowie die Waldh�ter stimmten bei.
An dem Ausspruch Kusters kaute der Forstkommiss�r, bis der Kr�mer mit
wei�er Sch�rze vor dem Kaftan zun�chst f�r den Forstoberbeamten das
Essen brachte: eine riesige Portion "Naturschnitzel" von Rind, mit
fettriefenden Schmorkartoffeln hochgegupft auf einem zweiten Teller.
Dieser Anblick machte den ausgehungerten Kommiss�r sprachlos. Das
Staunen wuchs, als die �brigen G�ste gleichgro�e Portionen erhielten.
Die Frage, wie hoch im Preise solche Mengen �ppiger Nahrung in
weltentlegener Waldeinsamkeit bei wahrscheinlich enormen Bringungskosten
stehen werden, sprach G�nter nicht aus, machte sich aber auf eine
"gepfefferte" Rechnung um so mehr gefa�t, als der Wirt doch
vielverschrien war.
Auch mit dem Zimmer konnte G�nter zufrieden sein.
Der Dienst schuf die Tagesordnung: Morgens Fr�hst�ck im Kr�merhause,
sp�tabends die Atzung.
Acht Tage hindurch. Und jeden Abend in erstaunlichen riesenhaften
Portionen Rindschnitzel mit ger�steten Erd�pfeln. Abwechslung unm�glich.
Wegen dieser "Eint�nigkeit" in der Verpflegung fragte G�nter den Adlatus
im Walddienst nach der Ursache.
"Was wir essen, stammt von--_Notschlachtung_!" erwiderte untert�nig,
doch listig blinzelnd der alte Oberwaldh�ter Kuster.
"_Not--schlach--tung_?!" Sehr gedehnt und in drei Teilen kam dieses Wort
aus G�nters Munde.
"Zu dienen, Gospodin! _Notschlachtung_! Aber das Rind war ganz gesund!"
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