Aus Kroatien by Arthur Achleitner


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Page 27

"Was sind sie?"

"Stolfunktion�re, Stol ist gleich Tisch! Zu Ehren des hohen Gastes bin
ich der untert�nigste stolaravnatelj das ist der Tischdirektor oder
Rektor; der kleine Tune, der Anton, ist der fiskus mein Stellvertreter;
hingegen der gro�e schwarze Glisa (Gregor) wird sein besch�ftigungslos
in seinem Tischamt! Gehorsamst aufzuwarten!"

Zun�chst erkannte der Kommiss�r die Notwendigkeit, einen Trinkspruch auf
den Hausherrn auszubringen.

Gro�e Freude dar�ber, die auch nach--au�en hin kundgegeben wurde, indem
der j�ngste Sohn des Hausherrn abermals die Glocken der Kapelle
erklingen lie�.

Dann bat der "Fiskus" um die hohe Ehre, ein Glas auf das Wohl des Herrn
Forstkommiss�rs leeren zu d�rfen. Gl�serklingen, Glockenhall hinaus in
die stille Nacht.

G�nter wollte nun den andern Waldw�rter ermuntern, sich mit einem Glase
Wein an der Tafelfreude zu beteiligen.

Doch erschreckt, wiewohl geehrt und freudegl�nzend, wehrte Glisa ab mit
den Worten. "Nicht m�glich!"

"Warum? Ist Er denn abstinent oder T�rke, der Wein nicht trinken darf?"

Dem befragten Waldw�rter rutschte die Wahrheit heraus, die nicht gesagt
werden sollte "Jesam vunbacitelj!"[10]

Im Antlitz Kusters spiegelten sich Angst und Zorn; die Blicke k�ndeten
Rache. Um wenigstens f�r den Augenblick l�stiger Fragerei zu entrinnen,
holte Kuster "besseren" Wein. Die zwei anderen, dienstlich stramm am
Tische stehenden "Funktion�re" begriffen die Situation v�llig und
verstanden jetzt nicht mehr--Deutsch.

Forstkommiss�r G�nter hatte vom Bilikum her zuviel Wein im Leibe, der
ungewohnte Alkohol wirkte, machte eigensinnig und hartn�ckig; justament
wollte der Oberbeamte die wahrheitsgetreue �bersetzung des Wortes
haben, das den Hausherrn offensichtlich in Verlegenheit und Zorn
gebracht hatte und das zweifellos dem Gaste verheimlicht werden sollte.

Dem zur�ckgekehrten Kuster wurde scharf zugesetzt. Doch den Kroaten war
der Kommiss�r weder mit der Mundfertigkeit noch mit der Trinkf�higkeit
gewachsen. G�nter hatte schlie�lich den--Zungenschlag, die �bersetzung
aber nicht. Und den "Kampf" mu�te er aufgeben, sein Zimmer aufsuchen....

Das "Katergericht", der "Bospor", wartete vergebens auf den Gast. G�nter
hatte seinen Willen durchgesetzt, trotz aller "Verkaterung" fr�hmorgens
den Dienstmarsch angetreten. Kuster mu�te mit, das Str�uben und Zureden
n�tzte nichts.

Wie sich alle "Pressiererei" auf Erden r�cht, so blieb auch der
�berst�rzte Abmarsch von Samarica nicht ohne Folgen, indem Kuster der
Eile wegen mit--_leerer_ Torba (Tragsack) die F�hrung �bernahm, der
Kommiss�r etliche Stunden sp�ter schwer unter Hunger und Durst litt und
obendrein keinen Wunsch, keine Klage �u�ern durfte.

Die Waldh�ter aus Samarica kamen nach, selbstverst�ndlich mit leeren
H�nden; etliche F�rster stie�en zu; die Dienstgesch�fte der
Waldeinsch�tzung begannen und w�hrten bis zum sp�ten Abend. Als
pflichteifriger Beamter verga� G�nter w�hrend der Dienstaus�bung auf
alle Bed�rfnisse.

Aber als die Notizb�cher, Rechenbehelfe und Instrumente verstaut waren,
D�mmerung den weiten Forst erf�llte, fragte der Kommiss�r doch nach
Unterkunft und Atzung.

Wenig erbaulich, doch gelassen klang die Auskunft Kusters, da� nach etwa
zwei Marschstunden das mitten im Wald gelegene Dorf Jesenas zu erreichen
sei.

"Mit Gasthaus?"

"Nein!"

"Kann man n�chtigen?"

"Ja!"

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Books | Photos | Paul Mutton | Thu 19th Feb 2026, 16:39