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Page 26
Der Kommiss�r mu�te im Hause des Oberwaldh�ters wohnen; die Unterkunft
war nicht schlecht. Als Atzung in der Stube zu ebener Erde, wo G�nter,
von Kuster bedient, allein speisen mu�te, gab es gebratenen Buran
(Puter) in einem wahrhaft riesigen Exemplar, bei dessen Anblick der
Kommiss�r die H�nde zusammenschlug und dann dem Hausherrn Vorw�rfe wegen
solcher Auslagen machte.
Kuster verneigte sich ehrerbietig und beteuerte, auf "seine Rechnung"
schon zu kommen. Der Buran aber sei unbedingt n�tig; erstens, damit der
gn�dige Herr unter allen Umst�nden satt werde; zweitens, weil der Buran
morgen ein--Bospor[9] sein m�sse.
Auf eine n�here Schilderung lie� sich der Hauswirt nicht ein, widmete
vielmehr alle seine Aufmerksamkeit den Vorbereitungen zum Bilikum. Salz,
Brot und ein ganzer Schl�sselbund lagen bereits auf einer Kupferplatte;
dann wurde ein Glaspokal gef�llt, der mindestens eine--Kaiserma� (etwa
anderthalb Liter) fassen mochte. W�hrend des Essens schielte der
Kommiss�r in wachsender Angst nach diesem "Becherchen", das nach
s�dslavischem Brauch vom Gaste auf einen Zug bis zum letzten Tropfen
geleert werden mu�te.
Nach Beendigung dieser Vorbereitungen zum Bilikum stellte sich der Alte
wieder dem�tig hinter den Stuhl des Gastes, bat um das Zugreifen,
reichte auch die Sch�sseln wieder, bot Dunstobst und Salat an, der im
dunkelgr�nen �l der Sonnblumenkerne schwamm. "Wollen Euer Gnaden sich
geneigtest versorgen! Wir haben nur diesen Buran und sonst nichts f�r
die Nacht! Der Waldh�ter ist nicht der Bischof von Djakovar!"
Zur Ablenkung suchte G�nter ein forstliches Gespr�ch in Gang zu bringen.
Auch war ihm l�stig, da� der Alte stets dem�tig hinter dem Stuhle stand
und Lakaiendienst versah.
"Bitte gehorsamst! Zu Dienstgespr�chen geben die n�chsten drei Wochen
auf der Gorievica reichlich Gelegenheit! Heut' ist Festtag f�r meine
H�tte!"
"Was? Drei Wochen?" Den Forstkommiss�r hatte der Schrecken
herumgerissen. "Drei Wochen Walddienst ohne Unterkunft? Darauf bin ich
nicht vorbereitet! F�r Biwakieren nicht im geringsten ausger�stet! Irren
Sie sich denn nicht, Kuster?"
Bescheiden klang die Erwiderung. "Bei der Aufforstung des vorderen
Teiles der Gorievica hab' ich als Lehrling mitgeholfen; jetzt bin ich
siebzig Jahre alt, Euer Hochwohlgeboren untert�nigst zu dienen! Bitt'
ich gehorsamst: noch ein St�ckchen! Vielleicht von der Grlina (Hals), wo
ist sch�n fett und wird machen morgen leichtes Steigen! Ein Schluck
Slibowitz dazu, schmeckt sehr gut!"
G�nter konnte nicht mehr essen; er war satt zum Platzen.
Nun bat der Hauswirt, dem hohen Gaste das Bilikum reichen zu d�rfen.
W�hrend etliche Wachskerzen angez�ndet wurden, traten zwei Waldh�ter in
die Stube, verneigten sich vor dem Kommiss�r, meldeten sich aber nicht,
stellten sich am unteren Ende des Tisches auf und standen milit�risch
stramm.
Kuster hielt eine feierliche Willkommrede und reichte dem Gast die
Platte.
Der Forstkommiss�r dankte, ergriff den schweren Pokal und begann zu
schlucken.
In diesem Augenblick erklangen die kleinen Glocken der Kapelle neben dem
Waldw�rterhause. Dieses Signal wurde von den gro�en Glocken der Kirche
in Samarica �bernommen, so da� feierliches Gel�ute der Bev�lkerung
ank�ndigte, da� der zu Besuch erschienene Forstkommiss�r soeben beim
Oberwaldw�rter Kuster das Bilikum trinke.
Keinen Ton davon h�rte G�nter, der mit dem Mut der Verzweiflung gegen
die Unmenge Wein k�mpfte, die hinuntergegossen werden mu�te. Mit zwei
winzigen Unterbrechungen zum Atemholen gelang es, den Pokal zu leeren.
Auf die Nagelprobe des letzten Tropfens lie� es der Kommiss�r freilich
nicht ankommen.
Dank und H�ndedruck. Mit einem Blick auf die beiden stramm stehenden
Waldw�rter am Tischende meinte der Kommiss�r. "Wohl unsere Begleiter?"
"Gehorsamst zu dienen, Gospodin, _nein_! _Heute_ sind die beiden die
Stolfunktion�re!"
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