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Page 73
Mir macht es oft M�he, deine Gedanken zu denken, aber du wirst niemals
meine Empfindungen haben.
* * * * *
Manchmal wird mir die ganze Psychologie verd�chtig, wenn ich bemerke, da�
auf eine richtige Kombination schon bei den allt�glichsten Dingen so und
so viele falsche kommen. Ja, wenn ein Mensch im Prinzip so denken und
empfinden m��te, wie die andern!
* * * * *
Das schwer �bersichtliche, das nicht recht Durchdringliche -- damit lockt
uns das Leben selbst immer weiter und damit lockt auch der platteste
Betr�ger noch -- und gewinnt.
* * * * *
Das Geheimnisvolle ist schlechtweg der sicherste Reiz an den Dingen. Zum
Beispiel ein altes Haus, eine Landschaft, die mehr noch verbirgt als
zeigt. Ibsen hat darum von jeher gewu�t. (Vielleicht zu sehr _gewu�t_.) Es
ist eine Art D�mmerluft um die Dinge. Wie mystisch wirken z.B. nachts die
H�user einer Stadt. Solch ein Haus mag noch so h��lich sein, nachts wirkt
es mit dem ganzen Zauber eines unbegreiflichen Beh�ltnisses
unbegreiflicher Wesen, die namenlos und unerkl�rlich geworden sind, wie es
selbst.
* * * * *
Warum f�hlen wir uns so zum Romanischen als dem wesentlich Formalen
hingezogen? Weil wir selbst vielleicht nur zu f�hig sind zu zerflie�en,
uns metaphysisch zu interpretieren, uns mystisch zu entindividualisieren
und zu 'verg�ttlichen' und daf�r das einzub��en, was starke V�lker und
Zeitalter unter einer gro�en, starken Erdenpers�nlichkeit verstanden
haben.
* * * * *
Der gesunde Mensch ist sch�n und sein Zustandekommen erstrebenswert. Aber
es mu� ein bi�chen irgendwelcher Krankheit in ihn kommen, da� er auch
geistig sch�n werde.
* * * * *
M�glichst viel Gl�ck sagt man. Aber wie, wenn die h�chste Gl�cksempfindung
einen Menschen voraussetzte, der auch Allertiefstes _gelitten_ haben mu�?
Wenn Gl�cksgef�hl �berhaupt erst m�glich w�re in einem durch Lust und
Unlust gereiften Herzen? Wer m�glichst viel Gl�cksm�glichkeiten fordert,
mu� auch m�glichst viel Ungl�ck fordern oder er negiert ihre
Grundbedingungen.
1906
Blicke um dich ins Leben, zergliedere die Schicksale jedes einzelnen
derer, die du kennst und frage dich, ob es etwas andres als eine fast
unerkl�rliche Illusion ist, die alle diese Menschen das Leben als
lebenswert empfinden und preisen l��t. Ob das gro�e Gl�ck eine andere
Rolle spielt als die eines zeitweisen Wetterleuchtens, ob nicht vielmehr
die Gewohnheit und das kleine, das ganz minimal dosierte Gl�ck es ist, was
dem Menschen das wahre Gesicht seiner Tage verschleiert.
* * * * *
Ich frage mich oft, welches der w�nschenswertere Typus von beiden ist: der
mehr geistige Mensch, f�r den es nichts Absto�enderes gibt, als das
Uninteressante, oder der mehr gem�tliche, f�r den es schlechtweg nur
Anziehendes und Absto�endes gibt.
* * * * *
Das ist das �rgste, was einem Menschen geschehen kann, aus einem
Flie�enden ein Starrer (ja auch nur ein Stockender) zu werden. Das erkennt
mancher und n�hrt Friedlosigkeit in sich oder unaufh�rlichen Zweifel (so
tat ich es), oder er ergibt sich einem Streben nach fast Unm�glichem,
Ungeheurem. Manche aber �berlassen sich ihrer nat�rlichen Liebe zu Welt
und Mensch und damit geraten sie denn bald in die Str�mung unendlichen
Lebens, werden hineingerissen in den ewigen Zusammenhang aller Dinge, in
dem es keinen Stillstand gibt.
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