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Page 62
* * * * *
Wer wollte den Gutartigen, den Begabten, den Wunderlichen nicht lieben.
Aber den B�swilligen, den Ungeistigen, den Langweiligen zu lieben gilt es.
Nicht so sehr ein jovialer Wirt sein allen, die ihre Zeche mehr oder
minder bezahlen, als der barmherzige Samariter derer, die nichts haben als
ihr schmerzliches Schicksal.
* * * * *
Kann man einen Menschen deshalb aus der Atmosph�re des tiefen, ungeheuren
Geheimnisses, das uns alle umf�ngt, das wir alle sind, und vor dem es
keine andere Grundstimmung als die unbegrenzter Ehrfurcht gibt,
herausl�sen, herausgel�st empfinden, weil er ein 'M�rder' geworden ist?
* * * * *
Der Selbstlose, der aus ganzer Seele den Menschen dienen will, �bersieht
zu leicht, da� sein Selbst in ein niedrigeres und in ein h�heres Selbst
zerf�llt, und da� er daher nicht nur selbstlos im einen Sinne, sondern in
eben dem Ma�e selbstvoll im andern Sinne werden sollte. Sein Selbst
verlieren, hei�t sich l�utern, seine Seele bereiten, wie einen Acker,
welcher der Saat wartet. Sein Selbst gewinnen aber hei�t, Frucht tragen
wollen, Saat herbeisehnen, aufnehmen, hegen, reifen.
* * * * *
Geistige Leidenschaft, Leidenschaft f�rs Geistige, -- pr�fen wir uns
einmal, wieweit sie gemeinhin reicht. Nach allem M�glichen wird unter
Umst�nden mit vier Pferden gejagt, aber wenn einer Morgen um Morgen dein
Leben lang an deiner T�re vorbeigeht mit Lebensbrot, so kann er ein Leben
lang ungerufen davor vorbeigehen; denn seine Bettw�rme wie sein
appetitliches Fr�hst�ck oder seine Zeitung oder gar seine 'Pflicht' l��t
keiner so leicht im Stich um Lebensbrotes willen.
* * * * *
Wir leben heute noch recht wie Kinder, noch nicht wie erwachsene bewu�te
Menschen. Wir essen und trinken ruhig, w�hrend Mitmenschen neben uns
verhungern und verdursten, wir gehen fr�hlich in Freiheit herum, w�hrend
Mitmenschen neben uns in Kerkern verderben. Wir k�nnen uns in jeder Weise
freuen, w�hrend um uns in jeder Weise gelitten wird, und wenn wir selbst
leiden, so haben wir die Unbefangenheit, mit dem Schicksal darum zu
hadern. O, da� unser Herz und Geist mit den Zeiten verwandelt w�rde und
diese bittere H��lichkeit von uns abfiele und wir aus Kindern Erwachsene
w�rden.
1913
Was ist denn alle Mutter- und Vaterschaft anders als ein -- Helfen! Als
wunderreichste, geheimnisvollste Hilfe!
* * * * *
Alles ernsthaft Angefangene mu� die Menschheit auch entschlossen weiter
treiben und weiter entwickeln. T�te sie's nicht, so w�re sie ebenso unreif
und leichtfertig wie die Individualit�t, die anf�ngt und liegen l��t,
statt, wenn auch vielleicht erst in vielen Lebensl�ufen, allem in sich
eine Folge und Ausbildung zu geben. Einziglich schon von diesem
Gesichtspunkt aus sollte man die Mystik z.B. nicht so verdrossen ablehnen,
als ob es ein Verdienst w�re, ein so wundertief begonnenes Geisteswerk in
die Rumpelkammer zu verweisen und nicht vielmehr sich dessen Weiterausbau
anzunehmen, zum mindesten dankbar gew�rtig zu sein.
LEBENSWEISHEIT
1895
Mit allem Gro�en ist es wie mit dem Sturm. Der Schwache verflucht ihn mit
jedem Atemzug, der Starke stellt sich mit Lust dahin, wo's am heftigsten
weht.
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